Bäche, Schluchten, Moore - über die Hausbachklamm zum Wildrosenmoos - Westallgäuer Wasserweg 9

Bäche, Schluchten, Moore - über die Hausbachklamm zum Wildrosenmoos - Westallgäuer Wasserweg 9
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Thomas Gretler

Rauschende Gebirgsbäche und tiefe Schluchten, grüne Wiesen und idyllische Moore, prächtige Wälder und malerische Dörfer – auf dieser anspruchsvollen und grenzüberschreitenden Tageswanderung (Tour 9) lässt sich die ganze Vielfalt der Westallgäuer und Bregenzerwälder Landschaft erkunden.

  • Strecke
    20,29 km
  • Dauer
    7:30 h
  • Aufstieg
    479 Hm
  • Abstieg
    479 Hm
  • Schwierigkeit
    schwer

Höhenprofil

Auf der Allgäu Karte

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Der Einstieg in die Hausbachklamm beginnt direkt hinter der Pfarrkirche St. Blasius. Schon nach wenigen Metern erreicht der Wanderer die 1890 erbaute Lourdesgrotte und taucht in einen schattigen Schluchtwald ein. Vorbei an kleinen Wasserfällen und Wehren führt der Weg an einer Geschiebesperre vorbei. Sie erinnert auch an heißen Sommertagen daran, dass der Hausbach mit seinem durchschnittlichen Gefälle von sieben Prozent bei Hochwasser zum rauschenden Wildbach wird. Besonders schön ist der Abschnitt bei der Kapfmühlenbrücke: Hier bahnt sich der Hausbach durch eine tief in den Sandstein gefräste Engstelle. Der Pfad führt steil bergauf zur beeindruckenden „Hohen Wand“. Eine Brücke führt über den Bach und gibt den Blick auf eine zweite Geschiebesperre frei. Sehenswert sind die steilen Hänge mit ihren tropfenden  Moospolstern und der Hausbach, der hier in tief ausgewaschenen Rinnen talwärts rauscht.

Über die Tobelbachbrücke geht es weiter bergauf bis zur Trogener Brücke. Direkt oberhalb der Brücke ist ein schöner Rastplatz für Familien mit Kindern: Am Grillplatz können die Kleinen im flachen, kiesigen Bachbett herumtoben. Der Pfad ist jetzt nicht mehr ganz so steil. Ein Stück bachaufwärts wartet ein Spielhaus und eine über den Hausbach führende Seilrutsche auf abenteuerlustige Kinder. Schließlich führt der Pfad auf einem neu angelegten Wegabschnitt hinauf ins Quellgebiet und weiter ins romantische Wildrosenmoos.

Im Wildrosenmoos, ein Landschaftskomplex aus Feuchtwiesen und Mooren, lädt der große Moortümpel zum Rasten ein. Im Wasser des aufgelassenen Torfstichs spiegeln sich Moorbirken und Latschen. Da die Pflanzen in diesen Lebensräumen sehr trittempfindlich sind, darf der Pfad hier nicht verlassen werden. An die Zeiten des Torfabbaus erinnert eine kleine Hütte am Wegesrand: In ihr sind einige Geräte ausgestellt, die früher zur Torfgewinnung verwendet wurden. Vom Wildrosenmoos führt der Weg – unter Umständen nach einem kurzen Abstecher zum „Kalten Brunnen“ – weiter in die österreichische Gemeinde Sulzberg. Wer die Rundwanderung in zwei Etappen aufteilt, hat genügend Zeit für einen kurzen Abstecher zum „Kalten Brunnen“. Der Weg führt vom Wildrosenmoos zunächst zum „Hochsträß“, mit 1041 Meter Höhe der höchste Punkt des lang gestreckten Sulzberger Rückens. Hier steht ein altes Grenzerhäuschen, das an die Zeiten erinnert, als die Grenze zwischen Österreich und Deutschland noch stärker von Zöllnern kontrolliert wurde. Weiter geht es zum Quellbereich „Kalten Brunnen“. Hier warten ein Holzbrunnen und ein schöner Rastplatz mit einer kleinen Schutzhütte samt Tisch und Bänken auf den Wanderer. Vom Wildrosenmoos führt der Weg weiter in die 1.015 Meter hoch gelegene, österreichische Gemeinde Sulzberg. Hier lohnt sich ein Abstecher auf den Dorfplatz. Auf der Aussichtsterrasse bietet sich ein fantastischer Panoramablick: Die Berge Vorarlbergs, des Allgäus und der Schweiz scheinen zum Greifen nah. Eine große Panoramatafel erleichtert die Zuordnung der einzelnen Bergriesen. Sehenswert ist auch die über 400 Jahre alte Marienlinde in der Nähe der Kirche. Sie beherbergt in einem Hohlraum in ihrem Stamm eine Marienstatue.

Beim Abstieg von Sulzberg nach Thal öffnen sich immer wieder fantastische Ausblicke auf das Rothachtal, das dahinter liegende Rheintal und die Berge des Pfänderstocks und des Säntismassivs. Von Thal führt der Rundweg über Eyenbach und Salmers mit seiner schmucken Augenkapelle weiter zur Rothach. Eine Brücke führt über den Fluss zum Alten Brunnenhaus in Siebers. Die Quelle in Bad Siebers ist eine der ältesten Bade- und Heilquellen des Allgäus, die dokumentierte Geschichte reicht bis weit ins Mittelalter zurück. Einige Meter weiter steht das neue Brunnenhaus der Siebers-Quelle. Dort werden pro Minute 60 Liter natürlich reines Mineralwasser gefördert. Über grüne Wiesen und durch einen artenreichen Auwald führt der Pfad an der Rothach entlang nach Bremenried.

Der Rastplatz direkt an der Rothach bietet sich an, um noch einmal eine Pause einzulegen. In Bremenried geht es an der Kläranlage des Abwasserverbandes „Rothach“ vorbei, die wie alle Kläranlagen im Einzugsgebiet des Bodensees eine besonders hohe Reinigungsleistung erbringen muss. Am Zusammenfluss von  Rothach und Hausbach steht ein kleines Kraftwerk zur Energiegewinnung. Von dort führt der Weg immer am Hausbach entlang zurück nach Weiler.

Die Gehzeit der gesamten Strecke beträgt ca. 7 Stunden. Die Tour kann auch in kürzere Abschnitte aufgeteilt werden.

Verlauf ab Weiler: Weiler Kirchplatz - Lourdesgrotte - Untere Hausbachklamm - Obere Hausbachklamm - Schnellers - Quellgebiet - Wildrosenmoos (Abstecher: "Kalter Brunnen") - Sulzberg - Thal - Eyenbach - Salmers - Bad Siebers - Bremenried  - Weiler

Verlauf ab Oberreute: Dorfplatz Oberreute -  Obere Hausbachklamm - Schnellers  - Quellgebiet - Wildrosenmoos (Abstecher: "Kalter Brunnen") - Sulzberg - Thal - Eyenbach - Salmers - Bad Siebers - Bremenried - Weiler Kirchplatz - Lourdesgrotte - Untere Hausbachklamm - Obere Hausbachklamm - Oberreute/Dorfplatz

Anfahrt

Über die B 308 von Lindau oder von Oberstaufen, bzw. über die B 32 von Wangen

Parken

Kirchplatz Weiler oder Dorfplatz Oberreute oder Dorfplatz Sulzberg.

In der Hausbachklamm ist auf jeden Fall festes Schuhwerk erforderlich.

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