Basilikakonzert: Edward Elgar The Dream of Gerontius op. 38

21.06.2026
Einziger Termin
Ottobeuren
Sir Simon Rattle © Astrid Ackermann
©

Basilikakonzert 21.06.26 Sir Simon Rattle © Astrid Ackermann.jpg

Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Leitung: Sir Simon Rattle

Alice Coote – Mezzosopran, Nicky Spence – Tenor, Lester Lynch – Bariton

15:00-16:35 Uhr, 1:35 Stunden
Basilika Ottobeuren, Sebastian-Kneipp-Str. 1, 87724 Ottobeuren

Im November 1898 erhielt Edward Elgar vom traditionsreichen Birmingham Musical Festival den Auftrag, für das Jahr 1900 ein großes geistliches Chorwerk mit Orchester zu schreiben. Auf Anregung des Festival-Vorsitzenden vertonte er Kardinal John Henry Newmans Gedicht „The Dream of Gerontius“, das 1865 in Birmingham entstanden war. Elgar begann im Januar 1900 zu komponieren und vollendete die Partitur am 3. August – nur zwei Monate vor der Uraufführung. Gerontius steht für den alternden Menschen. Das Oratorium schildert Todesstunde, Todesangst und den Weg der Seele in die Ewigkeit. Leitmotivisch gearbeitet und stark von Richard Wagner, besonders von „Parsifal“, geprägt, gehört das Werk in England zu den beliebtesten Chorstücken: es rangiert dort gleich hinter Händels „Messias“ und noch vor Mendelssohns „Elias“, während es auf dem europäischen Kontinent selten erklingt.

In der Ottobeurer Basilika ist „Der Traum des Gerontius“ nach 2008 erst zum zweiten Mal zu hören. Die dortigen Gastspiele von Chor und  Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks reichen bis zum Beginn der Ottobeurer Konzerte zurück. Am 3. Juni 1951 führten die BR-Ensembles hier unter Eugen Jochum Verdis Requiem auf; seither sind ihre Auftritte im etwa zweijährlichen Turnus Höhepunkte des Konzertlebens. Nach Rafael KubelÍk, Leonard Bernstein, Wolfgang Sawallisch und Lorin Maazel dirigiert nun Sir Simon Rattle die Klangkörper bereits zum zweiten Mal in Ottobeuren. Er zählt zu den prominentesten Dirigenten der Gegenwart und übernahm 2023 die
Leitung von Chor und Symphonieorchester des BR.

Sir Simon Rattle, gebürtiger Liverpooler, verbindet Charisma, Experimentierfreude und künstlerischen Ernst und zählt zu den faszinierendsten Dirigenten der Gegenwart. Nach dem Beginn seiner steilen Karriere beim City of Birmingham Symphony Orchestra, welches er zu Weltruhm führte, war er Chefdirigent der Berliner Philharmoniker (2002–2018) und Musikdirektor des London Symphony Orchestra (2017–2023). 2010 stand er erstmals am Pult von BR-Chor und BRSO. 2023 übernahm er deren Chefdirigat. Sein Repertoire reicht von Bach bis zur Moderne, schließt auch konzertante Oper ein und öffnet sich mit „BRSO barock“ der historisch informierten Aufführungspraxis. Mit großer Leidenschaft engagiert er sich zudem für Musikvermittlung. 2025 erhielt er den Ernst von Siemens Musikpreis und wurde bei den Gramophone Awards als Artist of the Year geehrt.

Der Chor des Bayerischen Rundfunks gilt als Ensemble von weltweitem Renommee. Als Künstlerischer Leiter prägt Peter Dijkstra sein vielseitiges musikalisches Profil. Regelmäßig tritt der Chor in der eigenen Abonnementreihe in München sowie im bayerischen Sendegebiet und in wichtigen internationalen Musikzentren auf. Partner sind dabei viele bedeutende
Orchester sowie die beiden Orchester des BR. Vielfach bringt der Chor Uraufführungen zu Gehör und ist auf dem Tonträgermarkt bei namhaften Labels vertreten. Für seine CD-Einspielungen erhielt er zahlreiche hochrangige Auszeichnungen, so mehrfach den Diapason d’or sowie den ICMA, zuletzt 2026 in der Kategorie Chormusik für die Einspielung von
Haydns „Die Schöpfung“. Seit 2023 ist Sir Simon Rattle Chefdirigent von BR-Chor und BRSO. Seit der Saison 2023/24 leitet Sir Simon Rattle das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BRSO) als Chefdirigent nach Eugen Jochum, Rafael KubelÍk, Sir Colin Davis, Lorin Maazel und Mariss Jansons. Der 1949 gegründete Klangkörper erwarb rasch internationales Renommee. Zum klassisch-romantischen Kernrepertoire und zur Moderne tritt als besonderes Profilmerkmal die zeitgenössische Musik, gepflegt vor allem in der
Reihe musica viva. Berühmte Gastdirigenten wie Leonard Bernstein, Sir Georg Solti, Carlo Maria Giulini und Wolfgang Sawallisch prägten das Orchester; heute arbeiten u. a. Herbert Blomstedt, Franz Welser-Möst, Daniel Harding und Yannick Nézet-Séguin regelmäßig mit ihm. Tourneen führen das BRSO durch Europa, Asien und Amerika. Seine umfangreiche
Diskographie wurde vielfach ausgezeichnet (u. a. Grammy, Diapason d’or); Rattle setzte jüngst wichtige Akzente mit Mahler- und Wagner-Aufnahmen. Nachwuchsförderung leisten die BRSO Akademie, der Internationale Musikwettbewerb der ARD und die Musikvermittlung „BRSO und du“ für Schulen und Familien. 2023 wählte Bachtrack das BRSO auf Platz drei
der zehn weltbesten Orchester.

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