„Wenn ich lese, tauche ich in Welten ein“, sagt Dr. Nadja Hendriks. Lesen sorgt dafür, dass sie innehalten kann und sich ihr neue Gedankenwelten und Perspektiven eröffnen. Aber nicht nur das bedeutet Literatur für Dr. Nadja Hendriks. Für sie leben die Geschichten besonders von der Gemeinschaft – bei Lesungen, Lesekreisen oder beim Austausch mit anderen Lesenden. Und das ist auch das Ziel des Literaturfestivals Allgäu-Schwaben: lebendige Begegnungsräume für Lesefans schaffen.
Die Welt der Bücher hat keine Grenzen und sorgt dafür, auch mal über den Tellerrand hinauszusehen und sich mit neuen Themen zu beschäftigen. „Auch Literatur kann ein Zugang für die Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeit sein“, ist Nadja Hendriks überzeugt. Die Historikerin promovierte über lokales Umwelt- und Nachhaltigkeitsengagement, wodurch sie auch mit dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung in Berührung gekommen ist. Diesen Aspekt nimmt die Historikerin auch gerne mit in ihre Arbeit beim Literaturfestival auf und baut inhaltliche Brücken. Dennoch ist ihr wichtig, dass das Festival thematisch offen bleibt. Die inhaltliche Vielfalt der auftretenden Autorinnen und Autoren und ihrer Werke soll nicht eingeschränkt, sondern in all ihren Facetten abgebildet werden.
Den idealen Raum dafür bietet die Struktur des Festivals selbst. Was 2016 als „Allgäuer Literaturfestival“ startete und sich 2025 mit dem „Literaturfestival Nordschwaben“ zum „Literaturfestival Allgäu-Schwaben“ (kurz: LFAS) zusammenschloss, geht mittlerweile weit über den ursprünglichen Wirkungskreis hinaus. Um die ganze Region abdecken zu können, erstreckt sich der Festival-Spielraum von Februar bis Juli über die unterschiedlichsten Veranstaltungsstätten. Auch die Zusammenarbeit mit lokalen Veranstalter:innen sorgt beim Literaturfestival Allgäu- Schwaben für ein besonders vielfältiges Programm.
In den nächsten Jahren soll das Festival kompakter im Frühling stattfinden und frischen literarischen Wind in die Region bringen. Das Festival dürfe auch regional gerne noch wachsen, wünscht sich Hendriks. Zum einen sollen neue Veranstalter:innen im Allgäu und darüber hinaus Teil des LFAS werden, zum anderen sollen auch neue Zielgruppen erreicht werden, beispielsweise junge Leseratten und Bücherwürmer. Der erste Schritt in diese Richtung war ein Schreibwettbewerb für Schüler:innen, der jungen Schreibtalenten eine eigene Bühne gibt. So wird das Literaturfestival Allgäu-Schwaben auch in Zukunft ein lebendiger Ort bleiben, der Menschen durch Geschichten zusammenbringt.