Sonderausstellung in der Allgäuhalle (Halle II) in Kempten
45 Termine
Herburg Weiland, München © Cultura Kulturveranstaltungen e.V.
Die Sonderausstellung in der Allgäuhalle (Halle II) in Kempten fokussiert zum ersten Mal auf einen wichtigen historischen Themenkomplex: Wie war die Allgäuer und südschwäbische Landwirtschaft in den Nationalsozialismus eingebunden? Und wie wurden die ländliche Gesellschaft und Produktion von ihm beeinflusst?
Vielfältige Fotos, historische Objekte und Materialien zeigen anschaulich die engmaschige Durchdringung von Familien, Bauernhöfen und Wirtschaftsbetrieben in Süd-West-Bayern. Die Ausstellung ist in fünf große Themenbereiche gegliedert, die von der privaten „Stube“ über „Stall“ und „Produktion“ bis zum öffentlichen „Dorfplatz“ und den zahlreichen „NS-Gewaltorten“ in Südschwaben reichen. Ausstellungsbesuchende erhalten einen tiefen wie vielfältigen Einblick in die Maßnahmen und Auswüchse des NS-Regimes in diesen unterschiedlichen Bereichen des damals alltäglichen Landlebens. Persönliche Schicksale von Menschen aus der Region eröffnen zudem einen biographischen Zugang zur NS-Geschichte. Über das parallele künstlerische Fotoprojekt „Descendants – Nachfahren von NS-Verfolgten“ sind in der Ausstellung zusätzlich heute lebende Menschen aus Europa zu sehen, in deren Herkunftsfamilie NS-Verfolgung und -Unrecht geschehen ist.
Die Ausstellung lädt gleichzeitig ein, eigene Erinnerungen und Geschichten an den Nationalsozialismus in der Region Allgäu-Schwaben zu teilen, beispielsweise zum Einsatz von Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter:innen auf den Bauernhöfen. Hierfür steht in der Ausstellung eine „Erinnerungswand“, an der mitgebrachte Fotos, Briefe oder Dokumente angebracht und geteilt werden können. Ausstellungsbesucher:innen können sich zudem mithilfe von einfachen Fragebögen in die Zeit der Eltern und Großeltern zurückversetzen und erhalten eine Einstiegshilfe für eigene Recherchen zu Familie und Hof.
Die Sonderausstellung „Butter, Vieh, Vernichtung – Nationalsozialismus und Landwirtschaft im Allgäu“ ist Teil der Bildungsagenda NS-Unrecht, gefördert vom Bundesministerium der Finanzen und der Stiftung EVZ. Das Projekt wird vom Verein Cultura Kulturveranstaltungen e.V. und der Stadt Kempten (Allgäu) getragen.
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