Starthilfe unter Freunden und der Campus als neue Heimat
Pakistanische Freunde begleiten ihn damals: Obwohl Saqib aus der Millionenstadt Islamabad kam, war es für ihn am Anfang schwer, den Bus selbstständig zu benutzen. Fremde Sprache, fremde Strecken, fremde Regeln. „Auch für Termine bei den Ämtern und fürs Einkaufen brauchte ich Hilfe“, gibt er zu.
Deshalb holten ihn pakistanische Freunde an seinem ersten Tag vom Bahnhof ab. Sie begleiteten den damals 24-Jährigen zu allen wichtigen Stellen: in Läden, zu Behörden, zu Wohnungsbesichtigungen. „Nach etwa zwei Wochen habe ich alles selbst hingekriegt.“ Ab da fühlte sich Saqib im Allgäu zu Hause. Nur auf dem Campus in Kempten war er schon ab dem ersten Tag daheim: „Das International Office bringt hier Studierende aus allen Nationen zusammen“, erzählt Saqib von der Hochschule, die auch die Verbindung zu 120 Partner-Universitäten im Ausland pflegt. „Ich hatte einen Paten. Es gab internationale Abende, Partys und eine gemeinsame Hüttenübernachtung. Das hat mir alles wirklich sehr geholfen, um hier anzukommen und mich wohlzufühlen.“
Jede kleine, freundliche Begegnung habe es ihm leicht gemacht. „Auch die deutschen Kommiliton:innen in den Vorlesungen halfen mir sehr.“ Was er bis heute vermisst, ist „richtig leckeres Essen.“ Bei diesem Satz lächelt der Elektroingenieur, der für sein Leben gerne kocht. Seine Leidenschaft hilft ihm, mit Menschen gesellig in Kontakt zu kommen. „Ich liebe es, für Gäste zu kochen.“ Nach diesem Satz lädt er die Verfasserin dieses Beitrags kurzerhand zu einem typisch pakistanischen Essen ein. In seinem Land sei man sehr gastfreundlich.
Praxis über Theorie – der Unterschied zu Pakistan
Auch die Hochschule sei sehr unterschiedlich im Vergleich zum Studium in seiner Heimat. An der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Kempten gehe es viel praxisorientierter zu. „In Pakistan haben wir viel mehr Theorie – wir arbeiten eher mit Büchern. Hier steht man im Labor und baut reale Schaltungen auf.“ So sei der Weg in die Industrie für ihn ganz einfach. „Mit diesem System ist man nach dem Studium viel besser auf die Arbeitswelt vorbereitet.“