Amira berichtet von ihrer beruflichen Weiterbildung im Allgäu
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Allgäu GmbH, Stephanie Böck

„Jeder von uns braucht jemanden, der weiß, was es für Möglichkeiten für uns gibt“

Amira, Lehrerin, erzählt von ihrem beruflichen Werdegang und ihren beruflichen Weiterbildungen.

    „Ich bin mit 16 Jahren vor dem Krieg in Bosnien geflüchtet und habe bei meiner Tante in Deutschland gewohnt“, beginnt Amira ihre Geschichte. Auf etlichen Umwegen kommt sie bis zu ihrem Traumberuf: Deutschlehrerin. Als junge Frau macht Amira nach ihrer Mittleren Reife in Deutschland eine Lehre zur Zahnarzthelferin – dann kehrt sie zurück in ihr Heimatland. „Der Krieg war vorbei, ich konnte nach Hause“, erzählt sie. In Bosnien holt sie das Abitur nach und studiert Deutsch. „Ich konnte die Sprache und war eine der Besten.“ So gut, dass sie sogar an der Universität Vorlesungen hält. Kurz vor ihrer Doktorarbeit hatte ihr Mann die Idee, nach Deutschland zu ziehen. „Wir hatten zwei Kinder, wir wollten die beste Ausbildung für sie.“ Amira dachte, dass sie in Deutschland auch unterrichten könnte.

     

    "Das war anstrengend – aber schön"

    Amira, Lehrerin

    Als sie hier ankamen, der erste Schock: Sämtliche Bewerbungen blieben erfolglos. Als sie sich eine Stelle als Zahnarzthelferin suchen will, kommen viele Flüchtlinge nach Deutschland. „Ich fand endlich eine befristete Stelle beim Kooperationspartner an der Berufsschule in Kaufbeuren. Meine Aufgabe: Berufsvorbereitung und Berufsintegration.“ 40 Stunden pro Woche arbeitet Amira im ersten Jahr; später wechselt sie zur Schule – befristet auf fünf Jahre. Die junge Mutter engagiert sich, bringt Menschen zusammen und fördert den Austausch zwischen den Kulturen. Parallel dazu übersetzt sie und unterrichtet privat. „Das war anstrengend – aber schön.“

    Nach fünf Jahren läuft das Programm aus, Amira muss die Schule verlassen. „Das war für mich der zweite Schock.“ Auch die Anrufe der Schulleitung im Kultusministerium helfen nichts. In ihrer Verzweiflung sucht Amira Hamidovic noch vor Ende ihres Vertrags die Bildungsberatung auf. Nach den ersten Gesprächen entscheidet sie sich, im Berufsfeld zu bleiben und bewirbt sich auf eine Stelle als Kinderpflegerin in einem Hort. „Ich habe dort viel weniger verdient, aber ich wollte unbedingt weiter mit Kindern arbeiten.“ Nach weiteren Gesprächen und gründlichen Recherchen ihres Beraters Jürgen Wendlinger tut sich eine weitere Möglichkeit auf: ein Kompaktkurs zur Erzieherin, parallel zu ihrer Tätigkeit im Kinderhort. In 1,5 Jahren lernte sie alles über Recht, Psychologie, Pädagogik und Organisation.

    "An meinem Beispiel können Schüler sehen, dass sie es schaffen können. "

    Kurz vor dem Einstieg in den Beruf zur Vollzeitkraft als Erzieherin meldet sich die Berufsschule: Es hätte eine Gesetzesänderung gegeben. Amira kann doch wieder als Deutschlehrerin arbeiten. „Ich war so froh. Das war so ein Glück.“ Bis heute unterrichtet sie an der Berufsschule Menschen aus aller Welt in Deutsch, Politik und Gesellschaft, Ethik und der Fachsprache Deutsch. „An meinem Beispiel können Schüler sehen, dass sie es schaffen können.“ Ihr wichtigster Tipp: „Jeder von uns braucht jemanden, der weiß, was es für Möglichkeiten gibt. Der Wege sucht und Weiterbildungen.“ Das Wichtigste sei aber, die Sprache zu lernen. „Wer Deutsch versteht, hat viele Möglichkeiten – man muss nur wissen, welche.“

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    Allgäu GmbH, KAD Designagentur

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