Julia bei einer Besprechung mit einer Kollegin bei Allgäu Batterie
©

Allgäu GmbH, Dominik Berchtold

Vom „Moin“ zum „Griaß di“ – Julias Weg ins Allgäu

Der Umzug ins Allgäu verändert für Julia alles – sogar die Art und Weise, wie man sich grüßt. Mit viel Offenheit, einem Ehrenamt im Fußballverein und ihrem Job bei Allgäu Batterie schlug sie im Handumdrehen neue Wurzeln und sagt: „Das Allgäu war die beste Entscheidung unseres Lebens“.

    Julia ist verliebt – ins Allgäu: „Ich würde nie wieder außerhalb der Sichtweite der Berge ziehen.“ Vor etwa vier Jahren kam sie aus Eckernförde zurück ins Alpenvorland. Davor war sie zwei Jahre als Soldatin in der Kaserne in Schleswig-Holstein stationiert – gemeinsam mit ihrem heutigen Mann Tobias.

    Das Leben im Norden und die Sehnsucht nach dem Süden

    Die gebürtige Augsburgerin ist eigentlich gelernte Industriekauffrau. Weil ihr Freund im Norden bei der Bundeswehr war, kündigte sie ihren Job, zog hinterher, machte die Grundausbildung und trat ebenfalls ihren Dienst in der Einheit an.

    „So richtig angekommen sind wir dort oben nie“, erzählt die fleißige und strukturierte Frau, die klare Aufgaben und selbstständiges Arbeiten liebt. Kein Wunder: Kaum umgezogen steuerte das Paar in den Corona-Lockdown. „Vielleicht lag es an der Pandemie, dass wir dort nie so richtig Fuß gefasst haben.“

    Ziemlich schnell rückte der Süden wieder auf die Wunschliste der beiden. Durch einen glücklichen Zufall wurde in der Kaserne in Sonthofen eine Stelle frei, die auf Julias Mann passte. „Die einzige dieser Art“, sagt sie lachend und immer noch sichtlich erleichtert. Ein halbes Jahr später klappte auch ihre Versetzung. Zwei Jahre arbeitete das Paar gleichzeitig bei der Armee.

    Julia bei einer Besprechung bei zwei Kollegen
    ©

    Allgäu GmbH, Dominik Berchtold

    Die ersten Schritte in der neuen Heimat

    In ihrer Wohnung in Rettenberg fühlen sich die beiden von Anfang an wohl. Das Beste: „Du kannst vor der Haustür mit deinen Hobbys starten.“ Die ersten Male noch mit digitalem Routenplaner und quasi ohne Orientierungssinn. „Wir hatten keine Ahnung, wie die Berge heißen und wo die Dörfer sind.“ Aber sie waren unheimlich gerne unterwegs. „Wir sind Bergmenschen – mit Wasser können wir wenig anfangen.“ 

    Rennrad, Wandern, Fußballverein: Julia steigt in alle Hobbys richtig ein. Beim Fußball allerdings nur in der Bewirtung. An Spieltagen übernehmen die beiden das „Fußball-Hüttle“, geben gemeinsam ehrenamtlich Leberkässemmel aus, verkaufen Bier und selbstgemachten Kuchen. „So kannte man alle Gesichter.“ Der positive Nebeneffekt: „Im Dorf war das dann ganz leicht zu grüßen.“ 

     

    Ankommen bei Allgäu Batterie

    Bis Julia das norddeutsche „Moin“ ablegte, dauerte es ein bisschen. Erst ging es ins „Servus“ über, bis es zum „Griaß di“ wurde. „Da wusste ich, ich bin angekommen.“  Julia sehnt sich bald zurück in ihren alten Job in der Industrie. Sie bewirbt sich beim Unternehmen Allgäu Batterie in Haldenwang. Nach dem Bewerbungsgespräch bekommt sie den Job nicht sofort: „Das Team musste mich beim Probearbeiten auswählen.“ Auch sie schaut sich Aufgaben und Kollegen genau an.

    „Der Umgang war von Anfang an total herzlich.“ Gemeinsamer Mittagstisch, Workshop auf der Hütte „Vordere Fluh“ in Oberstaufen und einmal im Jahr ein Team-Event, das die Abteilungen selbst wählen dürfen. Das Unternehmen sorgte aktiv für Kontakt auch außerhalb des beruflichen Kontextes. „Ich bin unheimlich schnell in der Allgäuer Arbeitswelt angekommen.“

    Für die gemeinsamen Ausflüge der Abteilungen stellt „Allgäu Batterie“ jedes Jahr ein Budget zur Verfügung. Vom Escape Room bis zur Comedy: „Dabei lernt man die Kollegen auch abseits der Arbeit schnell kennen.“ Woraus sich auch private Treffen ergeben – jedenfalls bei Allgäu Batterie. „Ein oder zweimal im Jahr lädt ein Teammitglied zu sich nach Hause ein – zum Neujahrsumtrunk oder Kässpätzle-Essen“, erzählt Julia, die als Einzige in ihrem Team nicht ursprünglich aus dem Allgäu stammt.

    "Die Liebe zur Natur und die herrliche Aussicht schweißt die Menschen hier unheimlich zusammen."

    Zwei Fahrräder für die Gemeinschaft

    Große Probleme bereiten ihr die kleinen kulturellen Unterschiede nicht. Heimweh? Kennt sie nicht. „Ich vermisse nichts“, sagt sie strahlend und guckt dabei kurz aus dem Fenster auf die Alpenkette mit den verschneiten Gipfelspitzen. Dann fällt ihr ein: „Doch – eine Sache vermisse ich schon: meine Familie.“ Sie würde sehr gerne öfter spontan bei ihren Geschwistern vorbeischauen.

    Den Ausgleich schaffen aber Hobbys, die direkt vor der Haustür beginnen. Das sei einfach unbezahlbar. Für zugezogene Fachkräfte hat sie nur einen wirklich wichtigen Tipp: „Ein Fahrrad kaufen. Nein – zwei! Ein Rennrad und ein Mountainbike.“ Die Bedingungen seien hier einfach ideal. Beim Social Cycling und in den Pausen kommt man ganz einfach ins Gespräch. Die Liebe zur Natur und die herrliche Aussicht schweißt die Menschen hier unheimlich zusammen.

    Strenge Traditionen – wie Blasmusik und Trachtenverein – stören sie nicht: „Man muss ja nicht überall mitmachen.“ Toleranz und Offenheit seien der Schlüssel für ein gutes Miteinander. „Und ein Ehrenamt.“ Für die Gemeinschaft etwas zu tun, sei immer eine gute Idee, um schnell Anschluss in einer Region zu finden. Hier würde das jedenfalls ganz leicht gehen. Ihr Fazit: „Das Allgäu war die beste Entscheidung unseres Lebens.“

    Für dich ausgesucht

    Dazu passend

    Saqib an einem Tisch mit Faltblättern über das Allgäu
    ©

    Allgäu GmbH, Dominik Berchtold

    Fünf Menschen. Fünf Geschichten. Fünf Wege ins Allgäu.

    Lass dich inspirieren und lies hier, wie Pascal, Julia, Saqib, Bahare und Franziska ihren eigenen Neustart im Allgäu gemeistert haben.

    mehr dazu
    ©

    Allgäu GmbH, Philip Herzhoff

    Podcast-Reihe Heimathafen: Über das Leben und Arbeiten im Allgäu

    Sechs Menschen, sechs unterschiedliche Lebensgeschichten, eine Heimat - Unser Gastmoderator Alex Burkhard hat sich im Rahmen des Allgäu Podcasts mit sechs (Neu-)...

    mehr dazu
    Porträt
    Amira berichtet von ihrer beruflichen Weiterbildung im Allgäu
    ©

    Allgäu GmbH, Stephanie Böck

    „Jeder von uns braucht jemanden, der weiß, was es für Möglichkeiten für uns gibt“

    Amira erzählt von ihrem beruflichen Werdegang nach ihrer Flucht nach Deutschland, wie die Bildungsberatung sie mit Weiterbildungen unterstützt hat und wie sie es...

    mehr dazu