Die ersten Schritte in der neuen Heimat
In ihrer Wohnung in Rettenberg fühlen sich die beiden von Anfang an wohl. Das Beste: „Du kannst vor der Haustür mit deinen Hobbys starten.“ Die ersten Male noch mit digitalem Routenplaner und quasi ohne Orientierungssinn. „Wir hatten keine Ahnung, wie die Berge heißen und wo die Dörfer sind.“ Aber sie waren unheimlich gerne unterwegs. „Wir sind Bergmenschen – mit Wasser können wir wenig anfangen.“
Rennrad, Wandern, Fußballverein: Julia steigt in alle Hobbys richtig ein. Beim Fußball allerdings nur in der Bewirtung. An Spieltagen übernehmen die beiden das „Fußball-Hüttle“, geben gemeinsam ehrenamtlich Leberkässemmel aus, verkaufen Bier und selbstgemachten Kuchen. „So kannte man alle Gesichter.“ Der positive Nebeneffekt: „Im Dorf war das dann ganz leicht zu grüßen.“
Ankommen bei Allgäu Batterie
Bis Julia das norddeutsche „Moin“ ablegte, dauerte es ein bisschen. Erst ging es ins „Servus“ über, bis es zum „Griaß di“ wurde. „Da wusste ich, ich bin angekommen.“ Julia sehnt sich bald zurück in ihren alten Job in der Industrie. Sie bewirbt sich beim Unternehmen Allgäu Batterie in Haldenwang. Nach dem Bewerbungsgespräch bekommt sie den Job nicht sofort: „Das Team musste mich beim Probearbeiten auswählen.“ Auch sie schaut sich Aufgaben und Kollegen genau an.
„Der Umgang war von Anfang an total herzlich.“ Gemeinsamer Mittagstisch, Workshop auf der Hütte „Vordere Fluh“ in Oberstaufen und einmal im Jahr ein Team-Event, das die Abteilungen selbst wählen dürfen. Das Unternehmen sorgte aktiv für Kontakt auch außerhalb des beruflichen Kontextes. „Ich bin unheimlich schnell in der Allgäuer Arbeitswelt angekommen.“
Für die gemeinsamen Ausflüge der Abteilungen stellt „Allgäu Batterie“ jedes Jahr ein Budget zur Verfügung. Vom Escape Room bis zur Comedy: „Dabei lernt man die Kollegen auch abseits der Arbeit schnell kennen.“ Woraus sich auch private Treffen ergeben – jedenfalls bei Allgäu Batterie. „Ein oder zweimal im Jahr lädt ein Teammitglied zu sich nach Hause ein – zum Neujahrsumtrunk oder Kässpätzle-Essen“, erzählt Julia, die als Einzige in ihrem Team nicht ursprünglich aus dem Allgäu stammt.