„Ich habe mich kurz nach meiner Ankunft im Allgäu neu verliebt. Ein Dreivierteljahr später zog ich mit meinem neuen Freund zusammen. Nach zwei Jahren heirateten wir.“ Dazwischen zog sie nach Probstried und begann nach einem beruflichen Ausflug als Zimmermädchen in der Hotellerie ihre Arbeit in der Textilfabrik. „Ich wollte von Anfang an mein eigenes Geld haben.“ Ein guter Plan – denn auch bei ihrem zweiten Gatten war die Kasse knapp.
So knapp, dass Franziska einen Kredit aufnehmen musste – für ihren Lebensunterhalt, den ihres Mannes und für die Hochzeit ihrer Tochter. Dann geht auch noch ihr Auto kaputt. Als auch ihre zweite Ehe zerbricht, steht sie auch finanziell auf wackeligen Beinen. Wieder hat sie keinen Partner und kein Geld – dafür mit einem Berg von Schulden.
Die Arbeit gibt ihr Halt
„Das Einzige, was mir Halt gegeben hat, war mein Job. Und die Gespräche mit meiner Freundin.“ Sie fragt den Chef um einen Vorschuss, der sie über Wasser hält. Die Freundin hilft ihr bei der Finanzierung eines neuen, kleinen Autos, damit sie weiter zur Arbeit fahren kann. Die Rate: 60 Mark pro Monat. Kaum zu stemmen für Franziska – ihr Arbeitgeber räumt ihr einen kleinen Kredit ein.
Über Jahre stottert sie ihre vielen Schulden ab. „Irgendwie hab ich es hingekriegt“, erinnert sie sich an Zeiten, in denen sie sich kaum etwas gegönnt hat. Große Ausflüge machte sie nicht. „Einmal war ich in Altusried bei den Egerländern – das war was Besonderes.“ Sie muss lernen, mit ihrem Lohn zurecht zu kommen. Einen richtigen Beruf hat sie nie gelernt. „Nach der Hauptschule besuchte ich als junges Mädchen die Hauswirtschaftsschule. Das hat mir aber nicht gefallen“, sagt sie lächelnd.