Moritz Brückner im Rollstuhl im Hutmuseum Lindenberg
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Allgäu GmbH, Robin Schubert

Barrierefreier Ausflug nach Lindenberg

Moritz Brückner besucht auf seinem ganz persönlichen Abenteuer Allgäu die Städte der Region im Rollstuhl. In Lindenberg entdeckt er einen Baumwipfelpfad mit grandioser Aussicht, den Dom des Westallgäus und das Deutsche Hutmuseum.

    Heute geht’s hoch hinaus zu einer Attraktion, die ich schon als Grundschulkind erleben durfte und von der ich wirklich nicht geglaubt hätte, dass ich sie auch noch im Rollstuhl erleben kann. Die Rede ist vom Skywalk Allgäu – einem Weg genau auf der Höhe der Baumwipfel.

    Mit einem Parkplatz direkt neben der Attraktion und einer kitschig schönen Anfahrt bei schönstem Sonnenschein, bei dem selbst Heidi neidisch geworden wäre, starteten wir unseren Trip in der Waldwelt Skywalk Allgäu nahe Scheidegg. Über eine lange, serpentinenartige Rampe mit dem richtigen Steigungsgrad kamen wir bei einem Aufzug an, der uns die unzähligen Treppenstufen ersparte – alles begleitet von einer unglaublichen Aussicht aufs Allgäu in unserem Rücken.

    Auf drei verschiedenen Etagen konnte man entweder direkt neben den Baumwipfeln auf 20 Metern oder auf 30 und 35 Meter Höhe einfach nur die Aussicht genießen. Kleine Informationstafeln und anschauliche Minispiele für kleine Kinder erklären die Motivation meiner Grundschullehrerin, mit meiner Klasse und mir schon vor Jahren einmal hierher zu kommen. Es gibt zusätzlich sogar eine kleine Kletterstelle und eine Rutsche, die ich jetzt nicht extra direkt für euch getestet habe – naja sagen wir: Ich habe andere Qualitäten …

    Aber allein hier oben zu stehen, mit einem angenehmen, lauen Lüftchen bei strahlendem Sonnenschein und einem Blick rüber zu unseren Nachbarn nach Österreich, weckt ein sehr angenehmes, wohliges Gefühl in einem. Diese Landschaft ist so gewaltig, beeindruckend und schön, dass ich jedem einen Besuch nur nahelegen kann, um etwas Ähnliches zu erleben.

    Moritz Brückner im Rollstuhl genießt die Aussicht vom Skywalk Allgäu
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    Allgäu GmbH, Robin Schubert

    Mit dem Aufzug geht es hoch hinaus zu einer weitreichenden Aussicht.

    Moritz Brückner im Rollstuhl vor dem Turm der Waldwelt Skywalk Allgäu
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    Der Dom des Westallgäus

    Nach knappen zwei Stunden hat man dann aber auch Einiges gesehen und mein Kollege und ich sind ganz beseelt weitergefahren, um noch die Hut-Hochburg des Allgäus ganz in der Nähe kennenzulernen – Lindenberg.

    Nach einer 15-minütigen Fahrt hatten wir unseren Parkplatz an der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul erreicht und wurden vor Ort auch direkt mit einem Geläut von sieben Glocken mit einem Gesamtgewicht von 18 Tonnen empfangen. Das hab ich natürlich gleich gehört. ;) Einer solchen Einladung mussten wir folgen und wurden erneut überrascht. Dadurch, dass es außen wie eine Art Vordach gab, wirkte die Kirche nicht annähernd so gewaltig, wie das, was wir dann im Inneren vorfanden.

    Riesig hohe Wände und ein in orangenes Licht getauchter Altarraum ließen uns schon erstmal ehrfürchtig werden. Und ich bin wirklich kein riesiger Kirchenliebhaber – aber dieses Gebäude war schon sehr beeindruckend – „HUT AB!“. Wenn man sich den eigentlichen Haupteingang anschaut, versteht man auch sehr gut, warum diese Kirche auch „Dom des Westallgäus“ genannt wird. Außerdem fanden wir die Besonderheit in diesem Gewölbe auf der Kanzel: Die Jesusfigur war hier ortsverbunden und trug zur Abwechslung keine Dornenkrone, sondern einen Hut.

    Moritz Brückner im Rollstuhl im Stadtpark in Lindenberg
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    Im Lindenberger Stadtpark

    Moritz Brückner im Rollstuhl vor der Pfarrkirche Lindenberg
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    Vor der Pfarrkirche St. Peter und Paul

    Hutstadt Lindenberg

    Da lag es nahe, dass wir uns im Anschluss, natürlich in Kombi mit unserer Lauschtour, dem Deutschen Hutmuseum widmeten. Gerade die Hutindustrie in Lindenberg verschaffte ihr den Spitznamen „Klein-Paris der Hutmode“. Sogar deutsche Legenden wie Udo Lindenberg tragen Hüte von hier.

    Also schlenderten wir wieder schön bergab unserer digitalen Stadtführung hinterher – vorbei an der Skulptur der kleinen Hutnäherin, dem Hutmacherbrunnen und den seltenen Schindelhäusern, die man hier häufig bestaunen kann.

    Beim Museum angekommen organisierten wir uns fix zwei Karten und konnten auf zwei Etagen einiges über die Herstellung und die Vielfalt der verschiedensten Hüte, inklusive ihrer Geschichte lernen. Wie zum Beispiel den wichtigsten Tag in Lindenberg: der sogenannte Huttag. An diesem besonderen Tag tragen quasi alle Lindenberger die schönsten und prächtigsten Hüte, so auch wieder am 10.05.2026. Das ist keine Hutopie, sondern ein einmaliges Spektakel, für das es sich zusätzlich nochmal lohnen würde, hierher zu kommen.

    Was uns abschließend noch sehr gelegen kam, ist das Restaurant direkt im Hutmuseum namens Kesselhaus, in dem wir diesen tollen Trip schön abrunden konnten. Dass wir nach der Mahlzeit den ganzen Berg wieder hoch zu meinem Auto mussten, thematisiere ich jetzt nicht nochmal groß. Habt das einfach auf dem Schirm.

    Ich hoffe, dass ich hier jetzt alles unter einen Hut gebracht habe und wünsche euch ganz viel Spaß bei euren Reisen ins Allgäu.

    Tisch mit Burger und Süßkartoffelpommes im Kesselhaus in Lindenberg
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    Burger im Kesselhaus

    Moritz Brückner im Rollstuhl vor der Pferdeskulptur in Lindenberg
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    Eine der sehenswerten Skulpturen in Lindenberg

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