Beim zweiten Teil der Lauschtour gabs einige Infos und Sehenswürdigkeiten zur Reichsstadt. Und hier beim Begutachten des Rathaus ist mir eine Sache aufgefallen, die perfekte Lösung für die gute Befahrbarkeit von Altstädten, denn Pflastersteine ergeben im Alltag einfach einen schönen, altertümlichen Look – das Ganze ist nur als Rollstuhlfahrer schwerer zu befahren. Da wäre Teer wesentlich angenehmer – sieht halt nur nicht schön aus. Kempten vereint beides.
Auf dem Rathausplatz, dem Hildegardplatz und dem St. Mang-Platz findet man einen sehr passend mit dem Pflasterstein abgestimmten Weg, der so flach ist, dass er für Kinderwägen, Rollatoren und Rollstühle perfekt zu befahren ist. Diese Extrawege, die fast schon zum Ambiente und Flair der jeweiligen Lokalität beitragen, sind verbunden mit einer abgeschliffenen Version der umliegenden Pflastersteinstraße. Man erkennt sie manchmal erst beim zweiten Blick so wirklich. Super zu befahren und quasi nicht sichtbar für das ungeübte Auge.
Mit dieser Wege-Kombination, den haptischen Tastexemplaren an verschiedenen Plätzen für Menschen mit Seheinschränkungen, den tollen Parkmöglichkeiten und vielem mehr ist Kempten somit für mich ein großes Vorbild für die Barrierefreiheit in Städten. Ich hatte hierdurch die Möglichkeit, die Stadt, ihre Geschichte und ihre Gebäude zu sehen und zu erleben – und das auf Rädern!