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Allgäu GmbH, Susanne Baade

Wunder. Wald. Allgäu. Auftakt zu einer Reise in eine faszinierende Welt

Er ist die dominierende Lebensform in Deutschland, und doch verstehen wir erst nach und nach, wie ein Wald funktioniert, wie Bäume ticken und was das mit uns macht. Mehr als zwei Drittel des Allgäus sind von Wald bedeckt. Und in diesem Themenschwerpunkt nehmen wir euch mit auf eine faszinierende Reise.

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    Es bedarf einen Moment der Überwindung. Erst fühlt es sich rau an, überraschend kühl, selbst an warmen Tagen. Dann gibt man sich einen Rück – und legt beide Arme fest um den Baum. Das Holz nimmt die Wärme auf und gibt bereits nach wenigen Momenten davon zurück. Wenn man jetzt die Augen schließt, die Wangen an den Stamm legt, dann ist das Leben spürbar, das den Baum durchdringt.

    Manchmal braucht es einen Kick von außen, um das Besondere zu entdecken, selbst wenn es vor der eigenen Haustür liegt. Aus Japan stammt ein Trend, der eigentlich eine Heilmethode ist: Waldbaden, Shinrin Yoku. Der Ansatz, dass der bloße Aufenthalt im Wald was mit uns macht, ist so verblüffend wie naheliegend. Und er weist uns einen neuen Weg auf im Umgang mit einem Lebensgefährten, der so selbstverständlich ist, dass man ihn beinahe übersieht.

    Rund ein Drittel des Allgäus bestehen aus Wald

    Dabei ist Wald eine dominierende Lebensformen in Deutschland. Rund 50 Prozent der Fläche der Bundesrepublik dienen der Landwirtschaft, 15 Prozent werden für Siedlungen und Straßen gebraucht – inklusive Parks und Friedhöfen. Seen, Flüsse und andere Gewässer nehmen gut 2 Prozent ein. Der Rest, immerhin 31 Prozent!, werden von Gehölzen und Bäumen bewohnt. 29,8 Prozent von Deutschland sind Wald. Im Allgäu nimmt der sogar etwas mehr als ein Drittel der Gesamtfläche ein.

    Obwohl wir so sehr umgeben sind von Wald, haben wir erst in jüngster Zeit einige Erkenntnisse gewonnen über das Leben der Bäume. Wir wissen nun, dass Eichen und Buchen, Birken und Tannen miteinander kommunizieren, dass sie sich vor Gefahren warnen und sich gegenseitig sogar in Notlagen helfen. Wir haben heraus gefunden, dass ein Wald umso intakter ist, je vielfältiger seine Gemeinschaft ist, dass eine geschlossene Krone mehr zählt als viel Platz für einzelne. Das Netzwerk, das Bäume und Pilze bilden, nennen Wissenschaftler inzwischen Wood Wide Web. Und wenn in einem Wald auch alte Bäume verbleiben, wachsen die Jungen besser. Es gibt also quasi eine soziale Waldgemeinschaft.

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    Fundierte Bücher über den Wald und seine Bäume schaffen es inzwischen sogar in die Bestseller-Listen. Wer hätte für möglich gehalten, dass ein Förster zum millionenfach gelesenen Autor wird? Peter Wohlleben wurde sogar zum Coverboy eines nach ihm benannten Magazins. In den USA hat es ein Sachbuch der kanadischen Forstwissenschaftlerin Suzanne Simard in den Bestseller-Listen bis nach oben gebracht, und auch in Deutschland ist „Die Weisheit der Wälder“ ein Hit. Hier zählt der im Allgäu lebende Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl seit vielen Jahren zu den Top-Autoren. In „Wir sind Geschöpfe des Waldes“ erzählt er die Kulturgeschichte des Menschen aus einer verblüffend ungewohnten Perspektive und belegt, wie sehr wir heute noch von unserer Herkunft aus der Welt der Bäume geprägt sind. „Du kannst den Wald verlassen“, schreibt Storl, „der Wald aber verlässt dich nie.“

    Der Wald prägt das Allgäu auf ganz besondere Weise

    Es gibt Regionen, die größere Waldgebiete aufweisen können als das Allgäu. In manchen Bundesländern mag man stattlichere Bäume finden, und in einigen abgeschiedenen Forsten sicherlich größere Ur-Wälder, die seit vielen Jahren sich selbst überlassen sein mögen als bei uns. Und doch prägt der Wald im Allgäu auf ganz besondere Weise unsere Landschaften. Eichen und Buchen, Eschen und Hainbuchen, Ulmen und Linden, Fichten und Tannen. Sie bilden Riede und Raine, Au-, Alb- und Schluchtenwälder und überziehen die Flanken unserer Berge.

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    Es ist ein Lebensraum, den wir mit diesem Schwerpunkt-Thema erkunden wollen. Folgt uns, in die Wälder des Allgäus. Lernt mit uns, wie es um den „Waldumbau“ steht. Kostet mit uns, was der Wald an Früchten und Kräutern bereit hält. Und überwindet euch, sucht euch einen Baum, schließt ihn in eure Arme und erkennt, dass wir im tiefsten Inneren eigentlich eins sind – Freunde.

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    Die Autoren

    Susanne Baade und Dirk Lehmann

    Im Expeditionsschiff in die Antarktis und per Helikopter über Australien, Wanderung zu einem Kloster in Nepal und Besuch im Luxushotels in Paris, Trekkings durch Kanada und Achtsamkeitsübungen im Allgäu – zu reisen, zu fotografieren, die Welt zu erzählen: Das ist unser Beruf, unsere Berufung. Lange haben wir als Redakteure namhafter Magazine im Hamburger Verlag Gruner+Jahr gearbeitet, seit einigen Jahren berichten wir nun für das Allgäu aus dem Allgäu. Hier haben wir besondere Menschen kennen gelernt, faszinierende Momente erlebt und eine Natur, die uns immer wieder begeistert. Wir sind dankbar für jedes dieser Abenteuer. Und dafür, dass Sie uns begleiten! Susanne&Dirk

    Mehr zu Susanne und Dirk auf ihrer Website.