mit Gisela Rothenhäusler, Sitzungssaal Maria Rosengarten, Eintritt frei
Bad Wurzach Info
Moor als Heilmittel war schon lange bekannt, in Wurzach beschäftigte man sich aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts mit dieser Nutzung des Torfs, um Wurzach zum Ferienort zu machen. Die ersten zögerlichen Versuche wurden erst ab 1933 durch den neu ernannten Bürgermeister Karl-Wilhelm Heck energisch vorangetrieben. Obwohl die Untersuchung einer Moorprobe sehr positiv für balneologische Zwecke ausfiel, sah sich die Stadtgemeinde finanziell nicht in der Lage, die Einrichtung eines Moorbades zu stemmen. Heck wandte sich an die Oberin der Armen Schulschwestern in Maria Rosengarten, die bereits seit Anfang der 30er Jahre ihre Räumlichkeiten mit Feriengästen füllten, da ihre Schulen nicht mehr genügend „Zöglinge“ hatten. Nachdem auch das Mutterhaus in München zugestimmt hatte, konnte am 1. Juli 1936 das erste Moorbad abgegeben werden.
Die Stadtgemeinde unterstützte diese Anfänge mit Werbung und den Bemühungen, ein „Höhenschwimmbad“ zu bauen. Nach den ersten schwierigen Nachkriegsjahren investierte die Stadt selbst ab 1947 in den Badebetrieb als zukunftsträchtigen Wirtschaftszweig und eröffnete 1948 in einem Gebäude in der Parkstraße das städtische Moorbad.
Während der Badebetrieb in Maria Rosengarten ständig wuchs und 1951 bereits mit einem Neubau das Sanatorium erweitert wurde, zerfleischte sich der Gemeinderat in den folgenden Jahren in erbitterten Diskussionen über einen Aus- und Neubau für den Kurbetrieb. So mancher Stadtrat überlegte in dieser Zeit laut, ob man dieses Projekt nicht einfach einstellen solle. Obwohl Wurzach 1950 das Prädikat „Bad“ erhielt, dauerte es noch zehn Jahre, bis man das ehemalige Gasthaus „Krone“ zum Moorbad und Kurhaus ausbaute.
In den folgenden zwei Jahrzehnten wurde die Infrastruktur des Kurbetriebs mit dem Bau des Kurmittelhauses 1968 und dem Kurhotel 1977 dynamisch ausgebaut. Auch der Badbetrieb in Maria Rosengarten wurde in dieser wachsenden Konkurrenzsituation laufend erweitert und den neuen medizinischen Anforderungen angepasst.
In den 80er Jahren zeichnete sich langsam ab, dass die Schwestern bald nicht mehr in der Lage sein würden, den Kurbetrieb zu stemmen. Über die Köpfe der Wurzacher Schwestern hinweg wurden Verhandlungen zwischen der Stadt Wurzach und dem Generalat der Schulschwestern in München geführt, die schließlich zur Übernahme der Kurbetriebs in Maria Rosengarten durch die Stadt Bad Wurzach führten.
In den folgenden Jahren erfuhr der Kurbetrieb als städtischer Eigenbetrieb weitere Modernisierungen und Erweiterungen bis zum heutigen feelMoor Gesundheitsressort. Einfach waren Ausbau und Betrieb des Kurbetriebes nie. Diesen Entwicklungen widmet sich der Vortrag am 21. Mai um 20 Uhr im Sitzungssaal von Maria Rosengarten von Gisela Rothenhäusler. Der Eintritt ist frei.
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