Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Leitung: Vladimir Jurowski
Basilikakonzert 20.09.26 Vladimir-Jurowski_© Peter Meisel.jpg
Die 8. Symphonie von Anton Bruckner nimmt nicht nur wegen ihrer Länge und ihrem Inhalt, sondern auch wegen ihrer Geschichte einen besonderen Platz im Lebenswerk des Meisters von St. Florian ein. Bruckner arbeitete an dieser Symphonie von 1884 bis 1887. Dann schickte er die Partitur an Hermann Levi, der die „Siebte“ mit großem Erfolg aufgeführt
hatte. Levi fand sich mit dieser Partitur nicht zurecht, hatte aber Hemmungen, es Bruckner mitzuteilen. Als Bruckner über Umwege davon erfuhr, war er verzweifelt und sein Selbstbewusstsein war schwer erschüttert. Es kam zur zweiten Fassung von 1890, abgeändert im Zeitgeist und gekürzt. Die Symphonie wurde so über 50 Jahre aufgeführt, bis Eugen
Jochum am 2. Mai 1954 im Rahmen des XII. Internationalen Brucknerfestes in München zum ersten Mal den ersten Satz der 8. Symphonie in der Originalfassung aufführte. Von da an setzte sich das Werk so durch, wie wir es heutzutage hören. Vielfach wird die „Achte“ auch als „Krone der Musik des 19. Jahrhunderts“ bezeichnet. Sie wurde dem Kaiser Franz Joseph I. von Österreich gewidmet. Nach der ersten Aufführung der Achten im Jahr 1954 mit den Wiener Symphonikern unter Herbert von Karajan folgt nun die 9. Aufführung in der Basilika.
Ein stets willkommener Gast in Ottobeuren ist das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Bereits sechs Mal war das Orchester aus der Hauptstadt Deutschlands nach Ottobeuren angereist und gibt nun ein weiteres Konzert in der Basilika unter Leitung seines Chefdirigenten Vladimir Jurowski, der zudem in München an der Staatsoper das Amt des Generalmusikdirektors ausübt. Auf die Aufführung der 7. Sinfonie von Anton Bruckner unter seiner Leitung in der Basilika folgt nun Bruckners 8. Sinfonie, die ebenso ein überwältigendes Erlebnis zu werden verspricht. Das RSB ist mit über 100 Mitwirkenden eines der größten deutschen Orchester und wurde in den letzten Jahrzehnten entscheidend durch seine Chefdirigenten Marek Janowski und Vladimir Jurowski geprägt, die beide wiederholt Konzerte von höchstem Rang in Ottobeuren dirigierten.
Vladimir Jurowski zählt zu den herausragenden Dirigenten unserer Zeit. Seit 2017 ist er Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Rundfunk Sinfonieorchesters Berlin (RSB); sein Vertrag läuft bis 2029. In der Saison 2023/24 prägte er maßgeblich die Jubiläumsreihe „RSB 100“ mit Konzerten, Tourneen und Aufnahmen. Parallel wirkt er seit 2021 als General-
musikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München. 1972 in Moskau geboren, erhielt Jurowski seine erste Ausbildung am Musikcollege des Moskauer Konservatoriums und setzte nach der Übersiedlung nach Deutschland 1990 seine Studien in Dresden und Berlin fort. 1995 debütierte er beim Wexford Festival („Mainacht“ von Rimski-Korsakow), 1996 am Royal Opera House Covent Garden mit Verdis „Nabucco“. Von 1997 bis 2001 war er Erster Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin. International machte er sich u. a. als Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera (2001 - 2013) einen Namen. Fünfzehn Jahre lang leitete er das London Philharmonic Orchestra als Chefdirigent und wurde 2021 zum „Conductor Emeritus“ ernannt; seit 2023 kehrt er regelmäßig als Gast zum LPO zurück. 2024 würdigte König Charles III. seine Verdienste mit der Ernennung zum Honorary KBE. Jurowski setzte seine Auftritte in Russland seit Februar 2022 aus, pflegt jedoch weiterhin ein Repertoire, das ukrainische wie russische Werke einschließt. Als Gast dirigierte er führende Orchester Europas und Nordamerikas, darunter die Berliner, Wiener und New Yorker Philharmoniker, das Royal Concertgebouw Orchestra, das Cleveland und Philadelphia Orchestra, sowie die Orchester aus Boston, Chicago, Zürich, Dresden und Leipzig. Er ist bei bedeutenden Festivals präsent und richtet seine internationale Tätigkeit zunehmend auf ökologisch verantwortbare Reisewege aus. Mit dem RSB verbindet ihn eine enge Aufnahmetätigkeit seit 2015 (u. a. Schnittke, Britten, Hindemith, Strauss, Mahler). Jurowski erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter 2016 die Ehrendoktorwürde der Royal Philharmonic Society und 2020 den rumänischen Kulturverdienstorden für seine Leitung des George-Enescu-Festivals.
Seit über 100 Jahren ist das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) „on air“ und im Konzertsaal präsent. Als eines der ältesten Rundfunkorchester Europas im Jahre 1923 gegründet, begleitet es die deutsche Musik- und Zeitgeschichte mit dem Erbe großer Dirigenten und Komponisten. Nach Marek Janowski (2001–2016) prägt seit 2017 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter Vladimir Jurowski das Profil des Orchesters und festigt seinen Rang in der Berliner und deutschen Rundfunklandschaft. Das RSB arbeitet mit internationalen Spitzen- und Nachwuchsdirigent:innen zusammen, verbindet klassisches Kernrepertoire mit starker Gegenwartsorientierung und historisch informierter Praxis und präsentiert regelmäßig Ur-, deutsche und Berliner Erstaufführungen. Neben den Reihen in Philharmonie und Konzerthaus sind Formate im Haus des Rundfunks zentral, etwa „Erzählkonzerte“, „Jazzik“ und „Konzert für Alle“. Umfangreiche Nachwuchs- und Bildungsarbeit (Deutsche Streicherphilharmonie, Orchesterakademie, Familien- und Schulkonzerte) gehört ebenso zur Identität wie Radioübertragungen, Studioaufnahmen und preisgekrönte Editionen. Auf Tourneen gastiert das RSB seit Jahrzehnten weltweit.
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