Mitreißender Rhythmus, prächtige Kostüme und aufwändig bemalte Gesichter
Die Luft bebt, der Rhythmus geht in Mark und Bein, die schillernden Kostüme machen das Spektakel perfekt: Die Guggenmusik-Kapellen spielen mit Bässen, Schlagwerk, Trompeten, Posaunen und Sousaphonen eigenwillig arrangierte Pop- und Rock-Hits. Das kann auch mal etwas schräg klingen. Aber: „Die Musiker spielen nicht falsch. Sie reizen nur den individuellen Spielraum aus“, erklärt Josef Hodrus aus Isny im Allgäu. Der Trompeter dirigierte knapp 18 Jahre lang eine der ältesten Guggenmusik im Westallgäu und arrangierte die Stücke für die Kapelle. „Guggenmusiker spielen kein Konzert. Keine Stücke, die sich an streng arrangierte Noten halten. Hier hat jeder die Möglichkeit, sich maximal zu entfalten. Alles aus seinem Instrument herauszuholen.“
Die Guggenmusiken sind aus der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, die zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe gehört, nicht wegzudenken. Sie verstehen es wie kaum eine andere Kapelle, ihre Energie auf das Publikum zu übertragen: Jeder einzelne Auftritt sei echter „Hochleistungssport“ für jeden Musiker, erzählt Josef Hodrus aus jahrelanger Erfahrung. „Da musst du richtig pressen. Du bewegst dich. Die Masse geht mit. Das ist Adrenalin pur.“