Waldburg

Schloss Waldburg in Wangen im Allgäu
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Max Haller

Wangen - Einst eine trutzige Burg, heute ein lebendiges Museum hoch über dem gleichnamigen Ort bei Wangen

WANGEN

Die Waldburg aus dem 12. Jahrhundert mit Museum ist die Stammburg des Truchsessen- und Reichsfürstengeschlechts Waldburg. In ihr wurden temporär 1194 und 1220 bis 1240 die Reichsinsignien aufbewahrt. Schwer bewaffnete Ritter bewachten die Burg, Mönche bildeten einen betenden Kreis um die Krone, die Heilige Lanze und den Reichsapfel. Heute sind die Originale in der Hofburg in Wien und die Repliken  hier zu sehen. Vom Burgturm (780 m) aus hat man bei klarer Sicht ein Fernsichtpanorama bis zum Bodensee und ins Berner Oberland und diente als Landesvermessungspunkt. In diesem Zusammenhang sei auf die rund 5 qm große America-Karte der Burg verwiesen: Sie ist ein Faksimile von Martin Waldseemüller aus dem Jahre 1507 und war namensgebend für Amerika. Waldseemüller ging davon aus, dass Amerigo Vespucci den Kontinent entdeckte, nicht Christoph Columbus. Bis Waldseemüller den Fehler entdeckte, hatte sich der Namen schon durchgesetzt. Rund 100 Jahre war das einzige noch erhaltene Original aus dem Jahr 1507 im Besitz des Hauses Waldburg-Zeil, wo man es 1901 entdeckte. Über Jahrzehnte versuchte die Library of Congress in Washington D. C. zu erwerben, doch es blieb noch für ein Jahrhundert im Besitz des Hauses zu Waldburg-Wolfegg und Waldsee. Schließlich wurde die Karte 2001  durch das Haus Waldburg-Wolfegg veräußert, für 10 Millionen US-Dollar. Das ist der höchste Preis, der je für ein kartografisches Gut gezahlt wurde.
Die Waldburg verfügt über interessante Museumspädagogik für Kinder, wie mittelalterliche Suppenküche oder Schwertkämpfe. Und auch Erwachsene erleben Führungen mal anders, wenn das abendliche Rittermahl durch eine nächtliche Führung unterbrochen wird.

Auf der Allgäu Karte

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