Björn Bicker: Aminas Lächeln (Allgäuer Literaturfestival 2023)

Termin in der Vergangenheit

Einziger Termin

Fellheim
Björn Bicker
©

Andrea Huber

Amina, junge Boxerin, schlägt in der U-Bahn einen Mann nieder. Der hatte sie angespuckt. Oder? Amina ist eine von 10 Menschen, in deren Haut wir mit Björn Bicker schlüpfen dürfen, auf der Suche nach Heimat, nach Liebe und Anerkennung.

Ehemalige Synagoge Fellheim, Memminger Straße 17, 87748 Fellheim

Im beeindruckenden Baudenkmal der Ehemaligen Synagoge Fellheim ist der renommierte Autor und Regiesseur Björn Bicker zu Gast.
Für das 7. allgäuer Literaturfestival kommt er mit aktuellen Themen und großen Fragen ins Allgäu: Was bedeutet Herkunft, was Heimat, was Sprache? Björn Bickers Erzählungen treffen mitten ins Herz, sie sind schonungslos und von einer großen Wärme und zeigen uns, dass die Liebe vielleicht die einzig verlässliche Gewissheit ist. Und das Erzählen.
Der Abend mit einem interessanten Kulturschaffenden und Professor für Community Building wird moderiert von Veronika Heilmannseder, Allgäuer Ur-Einwohnerin und ihres Zeichens ebenfalls Kulturarbeiterin im Spannungsfeld von Heimat und Diversity.

Was ist literarisch zu erwarten? "Amina hält es nicht mehr aus und schlägt in der U-Bahn einen Mann nieder, der ihr ins Gesicht gespuckt hat. Aber hat er ihr ins Gesicht gespuckt? Warum greift Igor, der in Fatmas Theater AG so hilfsbereit und aufmerksam war, plötzlich einen Mitschüler mit dem Messer an? Was ist mit dem Mann, der als Kind in eine Pflegefamilie gekommen ist, warum schweigen die Stimmen in seinem Kopf nicht? Und warum hört ein vierjähriges Kind auf zu sprechen? Manchmal ist es nur ein Satz, der ein Leben auf den Kopf stellt. Wie bei Eva und Ada und ihren beiden Kindern, als Eva sagt: Kinder, Arne, Lotta, wollt ihr Ingo nicht einfach Papa nennen?
Die Menschen in diesen zehn Erzählungen behaupten auf ganz unterschiedliche Weise ihren Platz und ihre Identität in einer Gesellschaft, in der sie als anders wahrgenommen werden, sei es, wegen ihrer sexuellen Orientierung, weil sie arm oder krank sind, oder sei es, weil ihre Eltern oder Großeltern einst aus einem anderen Land gekommen sind. Sie studieren, sie arbeiten als Lehrerin, im Theater, an sich selbst, als Anwältin, Reinigungskraft oder Fotografin. Und sie kämpfen mit sich, mit der Gesellschaft, um das, was sie ausmacht: ihre Menschlichkeit." - so die Verlagsankündigung.

Die Lesung verspricht einen eindrucksvollen, unter die Haut gehenden Abend im besonderen Rahmen der ehemaligen Synagoge. Bereits um 19 Uhr kann (nach Anmeldung per E-Mail) das historische Denkmal mit dem angeschlossenen jüdischen Friedhof besichtigt werden.