Ottobeurer Konzerte - Bamberger Symphoniker

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Ottobeuren
23.07.2023 Bamberger Symphoniker
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Andreas Herzau

Bamberger Symphoniker Leitung: Jakub Hrůša Gerhild Romberger – Mezzosopran

Basilika Ottobeuren, Sebastian-Kneipp-Str. 1, 877 Ottobeuren

Antonín Dvořák:
Biblische Lieder op. 99 Nr. 1-10

César Franck:
Sinfonie d-Moll

Bamberger Symphoniker
Leitung: Jakub Hrůša
Gerhild Romberger – Mezzosopran

Den ursprünglich für Solostimme mit Klavierbegleitung komponierten und später orchestrierten Zyklus der zehn Gesänge auf Texte aus dem Psalmenbuch schrieb Antonín Dvořák im Frühling 1894, während seines Aufenthaltes in New York. Kurz zuvor erreichten ihn Nachrichten vom Tod der bedeutendsten seiner Zeitgenossen im Bereich der Musik (Tschaikowski, Gounod, von Bülow) wie auch eine Nachricht aus der Heimat, wo sein achtzigjähriger Vater starb. Die Wahl der Strophen war nicht zufällig: es ist offensichtlich, dass der Komponist das Psalmenbuch gut kannte und absichtlich Texte mit unterschiedlichen Inhalten wählte, so dass sich ängstlich bittende Äußerungen mit drängend zuversichtlichen abwechseln. So entstand ein sehr inniges Werk, kostbar schon durch seinen reinen und ausgeglichenen Stil – die Gesangslinien der Biblischen Lieder sind frei von jeglichem Anflug von Effekthascherei.

Die Sinfonie in d-Moll des französischen Komponisten César Franck, welche er 1886 begann und am 22. Augst 1888 fertig komponierte, ist, wenn man von einem jugendlichen Versuch absieht, seine einzige Sinfonie. Sie besteht aus 3 Sätzen. Die Uraufführung fand am 17.Februar 1889 am Pariser Konservatorium statt. Heute ist Francks d-Moll-Sinfonie längst als eines der bedeutendsten symphonischen Werke aus Frankreich anerkannt. Mit ihrer Grandeur und Eleganz, ihrer Mischung aus französischem Parfüm und deutscher Strenge gehört sie auf der ganzen Welt zu den Favoriten des Konzertpublikums. Ebenso wie Bruckner war Franck auch ein ausgezeichneter Organist, und seine Affinität zur Orgel lässt sich im Duktus seiner Symphonie an mehreren Stellen aufspüren. Dass Franck sich überhaupt so ausführlich mit Instrumentalmusik beschäftigt, mag seiner „deutschen Prägung“ zuzuschreiben sein, denn seine Eltern stammten beide aus dem Raum Aachen, zogen dann allerdings nach Lüttich.
Beide Werke werden zum ersten Mal in der Basilika aufgeführt.

Die seit 1957 in regelmäßigen Abständen zu Gastspielen nach Ottobeuren zurückkehrenden Bamberger Symphoniker musizieren unter Leitung ihres seit 2016 in Bamberg amtierenden Chefdirigenten Jakub Hrůša, der zugleich Erster Gastdirigent des London Philharmonic Orchestra und der Tschechischen Philharmonie Prag ist und somit zu den erfolgreichsten Dirigenten der jüngeren Generation zählt. 2025 wird er in London die Leitung des Royal Opera House übernehmen.


Jakub Hrůša ist Chefdirigent der Bamberger Symphoniker und Erster Gastdirigent der Tschechischen Philharmonie und des Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Er ist häufig Gast bei den bedeutendsten Orchestern der Welt und dirigierte Opernproduktionen an den renommiertesten Opernhäusern Europas. Für seine Aufnahmen mit den Bamberger Symphonikern erhielt er 2022 einen ICMA für Bruckners 4. Symphonie, zuvor den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik für Mahlers 4. Symphonie und weitere Auszeichnungen. Hrůša studierte an der Akademie der musischen Künste in Prag. Er ist Präsident des International Martinů Circle und der Dvořák Society. Er war der erste Preisträger des Sir Charles Mackerras-Preises und wurde 2020 mit dem Antonín-Dvořák-Preis der tschechischen Akademie für klassische Musik und - mit den Bamberger Symphonikern - mit dem Bayerischen Staatspreis für Musik ausgezeichnet.



Bamberger Symphoniker
Die Bamberger Symphoniker sind ein außergewöhnliches Orchester in einer außergewöhnlichen Stadt. Seit 1946 begeistern sie ihr Publikum weltweit mit ihrem charakteristisch dunklen, runden und strahlenden Klang. Mit fast 7.500 Konzerten in über 500 Städten und 63 Ländern sind sie Kulturbotschafter Bayerns und ganz Deutschlands.
Die Umstände ihrer Gründung machen sie außerdem zu einem Spiegel der deutschen Geschichte: 1946 trafen ehemalige Mitglieder des Deutschen Philharmonischen Orchesters Prag in Bamberg auf Musikerkollegen, die ebenfalls infolge der Kriegs- und Nachkriegswirren aus ihrer Heimat hatten fliehen müssen, und gründeten hier ein Orchester, eben die Bamberger Symphoniker. Ausgehend von dem Prager Orchester lassen sich Traditionslinien bis ins 19. und 18. Jahrhundert ziehen. Damit reichen die Wurzeln der Bamberger Symphoniker zurück bis zu Mahler und Mozart.
Seit September 2016 ist der Tscheche Jakub Hrůša der fünfte Chefdirigent in der Geschichte der Bamberger Symphoniker. Mit seiner Person spannt sich nun, mehr als sieben Jahrzehnte nach der Orchestergründung, wieder eine Brücke zwischen den geschichtlichen Wurzeln der Bamberger Symphoniker und ihrem Heute.

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