Anton Bruckner: Adagio aus dem Streichquintett

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Ottobeuren
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1879 schrieb Bruckner das Streichquintett in F-Dur für 2 Violinen, 2 Bratschen und Cello, von dem man sagt, dass es einer „verschleierten Symphonie“ gleichkommt. Das Adagio aus diesem Streichquintett zählt zu Bruckners begnadetsten Eingebungen. Es formiert sich in einer in sich selbst versunkenen Entrücktheit, die zunächst im zartesten Pianissimo beginnt, um dann in seiner Durchführung in leidenschaftlichen Ausbrüchen zu gipfeln. Das Adagio aus dem Streichquintett wird erst zum zweiten Mal nach 1996 (Herbert Blomstedt) in der Basilika Ottobeuren aufgeführt.

Basilika Ottobeuren, Sebastian-Kneipp-Str. 1, 877 Ottobeuren

Die „Symphonie Nr. 7“ von Anton Bruckner, entstanden 1881 bis 1883, gehört mit ihren weit gespannten Melodiebögen, majestätischen Klängen und gewaltigen Steigerungen zu den größten symphonischen Meisterwerken aller Zeiten. Zu Bruckners Lebzeiten war dieses Werk sein mit Abstand größter und eigentlich auch sein einziger richtiger Erfolg, der das Werk allerdings schnell und nachhaltig in ganz Europa populär machte. Trotz ihrer riesigen inneren und äußeren Dimensionen ist die Siebte die klangschönste und auch die zugänglichste Symphonie aus der Feder Anton Bruckners; sie ist König Ludwig II. von Bayern gewidmet. Die Uraufführung fand am 30. Dezember 1884 im Leipziger Stadttheater mit dem Gewandhausorchester Leipzig statt.

In der 75-jährigen Geschichte der Ottobeurer Basilikakonzerte erklingt die 7. Bruckner zum neunten Mal; zuletzt am 30. Juni 2019 unter der Leitung von Lahav Shani.

Bevor im Jahr 2017 der renommierte Dirigent Vladimir Jurowski dort den Chefposten übernahm, wurde das Orchester über viele Jahre hinweg durch Marek Janowski geprägt, der ab 2006 in der Basilika sechsmal ein Konzert als Dirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin bzw. der Dresdner Philharmonie leitete.

Vladimir Jurowski ist seit 2017 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Parallel dazu ist er seit 2021 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München.

Vladimir Jurowski wurde zunächst in Moskau ausgebildet. 1990 kam er nach Deutschland, wo er sein Studium in Dresden und Berlin fortsetzte. 1996 debütierte er am Royal Opera House Covent Garden. Anschließend war er u. a. Erster Kapellmeister der Komischen Oper Berlin

(1997-2001) und Musikdirektor der Glyndebourne Festival Opera (2001-2013). 2003 wurde Jurowski Erster Gastdirigenten des London Philharmonic Orchestra und war von 2007 bis 2021 dessen Principal Conductor. Ebenfalls bis 2021 war er Künstlerischer Leiter des Staatlichen Akademischen Sinfonieorchesters „Jewgeni Swetlanow“ Moskau, außerdem Künstlerischer Leiter des George-Enescu-Festivals in Bukarest.

Vladimir Jurowski hat Konzerte der bedeutendsten Orchester Europas und Nordamerikas geleitet, darunter die Berliner, Wiener und New Yorker Philharmoniker, das Concergebouworchester Amsterdam, das Cleveland und das Philadelphia Orchestra, die Sinfonieorchester Boston und Chicago, das Tonhalle-Orchester Zürich, die Sächsische Staatskapelle Dresden und das Gewandhausorchester Leipzig.

Die Auftritte in Russland hat Vladimir Jurowski seit Februar 2022 ausgesetzt. Ukrainische Werke sind und bleiben Bestandteil seines Repertoires ebenso wie die Werke russischer Komponisten.

Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin führt seine Existenz auf die erste „Funk-Stunde Berlin“ am 29. Oktober 1923 zurück. Seither haben Dirigenten wie Bruno Seidler-Winkler, Eugen Jochum, Sergiu Celibidache, Hermann Abendroth, Rolf Kleinert, Heinz Rögner, Rafael Frühbeck de Burgos und Marek Janowski einen Klangkörper geformt, der in besonderer Weise die Wechselfälle der deutschen Geschichte durchlebt hat. Seit 2017 ist Vladimir Jurowski, der Chefdirigent und Künstlerischer Leiter.

Junge Dirigenten der internationalen Spitzenklasse absolvierten ihr jeweiliges Berlin-Debüt mit dem RSB: Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin, Jakub Hrůša, Lahav Shani, Karina Canellakis (2019 bis 2023 Erste Gastdirigentin), Antonello Manacorda u.a.

Namhafte Komponist:innen des 20. und 21. Jahrhunderts traten ans Pult des Orchesters oder führten als Solisten eigene Werke auf: Paul Hindemith, Sergei Prokofjew, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Kurt Weill, Krzysztof Penderecki, Jörg Widmann, Siegfried Matthus, Thomas Adès u.v.a.

Neben seiner umfangreichen Tätigkeit für den Hörfunk realisiert das RSB zahlreiche Studioaufnahmen, oft mit Repertoire-Raritäten. Seit mehr als 50 Jahren gastiert das RSB regelmäßig bei deutschen und europäischen Festivals, in Fernost und in Musikzentren weltweit.

 

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Vladimir Jurowski
Christina Landshamer – Sopran 
Konstantin Krimmel – Bariton 

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