Das fürstbischöfliche Schloss prägt das Ortsbild von Marktoberdorf. Heute ist es Sitz der Bayerischen Musikakademie mit einem vielfältigen Konzertprogramm.
Allgäu GmbH, Dominik Berchtold
Bereits 1424 wird erstmals ein Schloss in Oberdorf erwähnt. Im frühen 16. Jahrhundert entstand unter Fürstbischof Heinrich von Lichtenau ein Neubau, der später erweitert wurde und vor allem als Jagdschloss diente. Kaiser Maximilian I. war hier mehrfach zu Gast. Über das Aussehen des damaligen spätgotischen Schlosses sind keine Zeugnisse erhalten.
Bis 1722 bestand die gotische Anlage, dann wurde sie unter Fürstbischof Alexander Sigismund abgetragen und durch das heutige barocke Schloss ersetzt. Der Neubau entstand ab 1722 nach Plänen des Oberdorfer Baumeisters Johann Georg Fischer und wurde 1729 vollendet. Errichtet wurden der Westbau mit Hauptportal sowie der Süd- und Ostflügel.
Das Schloss diente weiterhin als Jagdschloss und umfasste 72 Zimmer. Während das Erdgeschoss Wirtschaftsräumen vorbehalten war, befanden sich in den oberen Geschossen Wohn- und Amtsräume für Hofbeamte und Bedienstete. Später kamen zusätzliche Wohn- und Gästeräume hinzu, der Innenhof wurde geschlossen und ein weiteres Portal angelegt.
Eine besondere Bedeutung erhielt das Schloss unter Kurfürst Clemens Wenzeslaus, der es als Sommerresidenz nutzte und 1774 die Lindenallee anlegen ließ. 1812 ging das Schloss in den Besitz des bayerischen Staates
über und wurde Sitz staatlicher Behörden. Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die Räume der vorübergehenden Unterbringung der Heimatvertriebenen.
Seit 1984 ist das Schloss Sitz der Bayerischen Musikakademie. 1996 wurde der neue Konzertsaal eröffnet, in dem ein vielfältiges Konzertprogramm stattfindet.
