Achtsamkeit Allgäu. Sechs Tipps für Füssen

Im Allgäu machen wir besondere Erfahrungen – erleben die Kraft der Ruhe, die Herzlichkeit der Menschen, die Schönheit der Natur und das Glück tiefen Schlafs. Im Konzept der Achtsamkeit Allgäu werden diese Erfahrungen gebündelt. Wir präsentieren achtsame Geheimtipps. Teil 4 unserer Serie über die Kraftorte des Allgäus: ein Bad im Wald, ein königlicher Aussichtspunkt und drei streitende Schwestern. 6 Tipps für Füssen.

TIPP  1 

Der etwas andere Spaziergang – Waldbaden mit Gästeführerin Ruth Wechner

Manche schmunzeln über uns. Vielleicht weil wir auf einer Wiese stehen und andächtig ein Blümchen betrachten. Weil wir rücklings unter einer Buche liegen und in den Himmel träumen. Weil wir intensiv ein winziges Stück Wald untersuchen, Schneckenhäuser entdecken, seltsam geformte Tannenzapfen, Moos in verschiedenen Formen. Wenn wir zurück kommen in unser Hotel, haben wir uns keine große Distanz erwandert. Im Gegenteil. Waldbaden ist nicht ein Durchrennen, sondern das Eintauchen in den Wald. Es geht darum, tatsächlich an dem Ort zu sein. Ruth Wechner macht das wunderbar behutsam. Jetzt bilden wir aus den vier etwa gleichlangen Stöcke, die wir gesammelt haben, eine Art Rahmen. Und legen die Fundstücke des Tages hinein…

TIPP 2

Mittendrin und doch ein Ort der Ruhe – der Kalvarienberg Füssen

Der Leidensweg Christi nach Golgata fasziniert die Menschen seit mehr als 2.000 Jahren. In den Bergen wird er vielfach bildlich dargestellt. Bei Füssen wurde im 19. Jahrhundert ein eigentlich unscheinbarer Hügel zur Bühne für ein Schauspiel in 14 Akten. Am Ende steht das Kreuz. Und eine Aussichtsplattform. Wir folgen den Stationskapellen, sehen die Marienkapelle mit der eindrucksvollen Statue, das Panorama Jerusalems, die Heiliggrabkapelle mit Altarschrein. Schließlich geht der Blick auf Schloss Neuschwanstein. Auch der berühmte Bayernkönig Ludwig II. soll zuweilen Zuschauer der Karfreitagsprozessionen gewesen sein. Wir genießen es, dem Zentrum des Königsschlösser-Tourismus so nah zu sein. Und doch an einem Ort der Einkehr und Ruhe zu stehen.

TIPP 3

Einen Umweg wert – die Kneipp-Insel im Hopfensee

Ein Steg führt hinaus auf den See. Am Ende ein Schwimmponton mit Holzdeck. Darauf sieht man oft Schuhe stehen, die Socken oben hinein gestopft, achtlos daneben geworfen oder gründlich gefaltet. Es macht Spaß sich anzuschauen, wie die Menschen mit ihren Schuhen und Strümpfen umgehen. Um dann davon überrascht zu sein, wer zu welchem Schuh-Paar gehört. Der Star des Pontons ist das darin eingelassene Kneipp-Wasserbecken. Wir treten das kalte Wasser. Was eine Wohltat…

TIPP 4

Magische Wanderung um den Weissensee

„…wütend verfluchte die Mittlere der drei ihre Schwestern: Möge euch die Erde mitsamt dem Grunde verschlingen. Daraufhin erfüllte ein gewaltiger Donner die Luft, ein Krachen und Bersten…“ Plastisch schildert Ulrike Aicher den Streit der Schwestern, die einst Herrinnen waren über dieses Land. Die sich so gut verstanden, bis die Habgier ihre Herzen zerfraß. Über diesen erbitterten Streit neigten sich die Berge ins Tal, Wasser stieg aus dem Erdinneren auf – und ein See entstand. Wie bestellt, tobt zur dramatischen Legende vom Weißensees ein Wintersturm über unsere Köpfe hinweg.

Spaziergang in eine andere Wirklichkeit

Auf der Website Füssens heißt es, der Weißensee habe seinen Namen von den Sedimenten aus den Bergen, die ihm eine weißliche Färbung geben. Doch wir lernen Entstehungsmythen, die von einem sehr weiblichen See erzählen. Oder von einem See und seinem Drachen, der noch immer zu sehen ist. Später stehen wir vor Wurzeln, die wie Reptilienkrallen aus dem Boden luken. Und vor einem Baumstumpf, der tatsächlich so verwittert ist, dass er den Nüstern eines Drachens ähnelt. Sind diese Bilder nicht auch Hinweise auf eine andere Wirklichkeit? Die magische Wanderung um den Weißensee bewirkt, dass wir uns solche Frage stellen…

TIPP 5

Bio Hotel 3.0 – das Hotel Eggensberger in Hopfen am See

Im Allgäu gibt es viele Pioniere. Menschen, die eine Vision haben – und den Mut, Wagnisse einzugehen. Heike und Andreas Eggensberger gehören zu diesen Pionieren. Sie haben eines der ersten Bio Hotels in Deutschland eröffnet, über Jahre weiter entwickelt und jetzt auf ein neues Niveau gehoben. Die Außenanlagen wurden um einen Badeteich ergänzt, die Wellness-Abteilung präsentiert sich stylish und wurde doch nach ökologischen Aspekten gebaut. Heike und Andreas Eggensberger führen durch die Räumlichkeiten mit dem aufwändigen Lehm-Putz, den großen Fenstern, den bequemen Swing-Liegen, der Wandheizung und den warmen Hölzern. Die Inhaber sind ganz beseelt vom Ort, den sie geschaffen haben. Und die Gäste teilen die Begeisterung. Zudem bietet das Hotel Eggensberger ein an Kneipp orientiertes „Schlaf-wieder-gut“-Angebot an, ein aufwändiges Therapieprogramm bei lebensstilbedingten Schlafstörungen – inklusive dem guten Gefühl, der Zeit erneut ein wenig voraus zu sein.

TIPP 6

Die Schlaffibel

Wie ein Zombie fühlen sich viele Menschen in Deutschland, wenn sie morgens aufwachen. Eher erschöpft vom Nachtschlaf, als dass sie sich erholt hätten. In Füssen im Allgäu hat sich eine Gruppe von Hoteliers zusammen gefunden, die sich als zertifizierte Schlafgastgeber für all jene empfehlen, die sich nicht mehr wie die gerade so populären Hollywood-Untoten fühlen wollen. Dazu wird ihnen in den Häusern eine dunkelgraue Broschüre überreicht – die Schlaffibel. Sie entstand mit Unterstützung einer Wissenschaftlerin der Ludwig-Maximilians-Universität München und eignet sich als Brevier gegen die Müdigkeit. Überraschend: die echten „Kneipptipps für gesunden Schlaf“.

Service

Königsschlösser, Kneipp und mehr. Alle Infos zu Füssen und zu den Angeboten vor Ort.

Achtsamkeit Allgäu. Wie man in einer Region mehr findet als Urlaub – nämlich zu sich selbst.

Magische Wanderung am Weissensee. Ein Fluch und eine dramatische Legende ranken sich um die Entstehung des Sees. 

Bilder
Autor
Kontaktbild Susanne Baade und Dirk Lehmann

Susanne Baade und Dirk Lehmann

Während einer Kreuzfahrt in die Antarktis nehmen wir ein Bad im Südpolarmeer, in Australien steigen wir in einen Helikopter und betrachten die Weinberge von oben. Wir machen ein Trekking zu einem Kloster in Nepal, wohnen in einem Luxus-Hotel auf einer Insel im Persischen Golf und entdecken jetzt das Allgäu – denn Reisen ist unsere Leidenschaft. Und es ist unser Beruf: Wir sind eine Fotografin und ein Autor unterwegs, man nennt uns Reiseblogger oder Reisejournalisten, jedenfalls arbeiten wir nach langjähriger Magazinerfahrung im Verlag Gruner+Jahr nun vor allem online, ein Paar auf Reisen. Auf www.pushandreset.com findet ihr unsere Geschichten über die Welt, hier unsere Reportagen über das Allgäu. Wir freuen uns auf das Abenteuer der Nähe. Viel Spaß beim Lesen! Susanne&Dirk

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