Bad Wurzach - Kißlegg

Moor, Seen und weite Landschaften

Auf diesen Etappen der Wandertrilogie Allgäu dreht sich alles um das schwarze Gold, das Moor. Der Wanderer entdeckt Schätze, die die Natur geschaffen hat. Eine Tour durch die Naturschatzkammern des Allgäus.

Endlich war es wieder einmal soweit: Ein Wander-Wochenende im Allgäu lag vor uns. Genauer gesagt wollten wir zwei Etappen auf der Wandertrilogie gehen. Von Bad Wurzach bis Kißlegg auf den Wiesengänger-Routen.

Uns erwarteten neben den beiden Routen außerdem die Ortsrundgänge in Bad Wurzach und Kißlegg, die Ausstellung Moor Extrem, gutes Allgäuer Essen und jede Menge Sonnenschein. Wir waren also wie immer voller Vorfreude auf das Wochenende im Allgäu.

Dieses Mal sollte es für uns in den Trilogieraum der Naturschatzkammern gehen. Diese hüten des Vermächtnis der Gletscher, heißt es: Das Moor. Uns erwarteten also viele Moore, darunter ein ganz besonderes: Das Wurzacher Ried. Es ist mit 1800 Hektar das größte noch intakte Hochmoorgebiet Mitteleuropas. Aber diese Region hat natürlich noch mehr zu bieten: Neben dem Gletscher hat auch die Kultur ihre Spuren hinterlassen: Barocke Pracht gibt es in den Schlössern und Kirchen von Bad Wurzach und Kißlegg.

Hier unser Erfahrungsbericht eines wundervollen Allgäu-Wochenendes:

1. Tag: Bad Wurzach und sein Moor kennen lernen

Bad Wurzach liegt im hügeligen Alpenvorland, fernab vom hektischen Alltag und der nächsten Großstadt. Hier lässt es sich also ein Wochenende zum Entspannen und Naturgenießen aushalten.

Bevor wir das Wurzacher Ried entdeckten, wollten wir in die interaktive Ausstellung „Moor Extrem“. An vielen Stationen wird hier sehr anschaulich erklärt, wie das Wurzacher Ried – das Hochmoor – entstanden ist und was es bis heute bedeutet: Von der Gletscherbildung in der Eiszeit bis zum Naturschutzgebiet heute. (Weitere Infos zu dieser Ausstellung gibt es hier).

Nach dieser tollen Ausstellung waren wir dann bestens für die Tour ins Moor und durch Bad Wurzach gewappnet. Und so viel schon mal vorweg: Mystisch war es schon, aber auf keinen Fall so düster und gefährlich wie wir uns das vorstellt hatten. Uns erwarteten eher eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt, klares Wasser und grüne Bäume.

Der Trilogierundgang in Bad Wurzach ist zwei Kilometer lang und mit einigen Stopps solltet ihr mindestens eine Stunde einplanen. Wir fanden es war eine schöne Mischung aus mystischem Moor und dem barocken, fröhlichen Ort Bad Wurzach.

Los geht’s direkt am Kurhaus, das sich neben dem „Moor Extrem“ und der Touristeninfo befindet. Vom Startplatz aus liefen wir direkt rein ins Moor. Auf dem Rundgang geht es über Brücken, an kleinen Seen und Teichen vorbei durch das Moor und schließlich durch den Kurpark. Ein toller Spaziergang! Nicht verpassen solltet ihr das barocke Schloss von Bad Wurzach am Ende.

Hier unser Film mit all unseren Eindrücken. Das ist doch besser, als die Schönheit zu beschreiben:

Zum Abendessen ging es für uns in die Käserei Vogler (Simon-Göser-Str. 11). Hier gibt es nicht nur super leckere Kasspatzen, sondern auch Führungen durch die Käserei und ein kleines Käsemuseum.

Wer lieber etwas Wellness machen möchte, sollte in die Vitalium-Therme gehen. Dort gibt es Sauna, Dampfbad sowie einen Soleraum. Außerdem könnt ihr in Bad Wurzach natürlich auch ein Moorbad nehmen. Dafür hatten wir leider keine Zeit – denn am nächsten Morgen ging es früh los auf die Wander-Etappen.

2. Tag: Etappe von Bad Wurzach bis Eintürnen und weiter bis Kißlegg

Die erste Etappe des Tages, die Etappe 11 der Wandertrilogie, ist 21 Kilometer lang und ihr solltet circa fünf Stunden einplanen. Unser Highlight hier war auf jeden Fall der Weg durch das Wurzacher Ried.

Aber von vorne: Los geht’s auch hier vom Startplatz beim Kurhaus. Und dann immer weiter rein ins Ried. Beeindruckend ist der große Riedsee, an dem wir ganz nah vorbei wanderten. Die Stege laden ein, einfach mal kurz eine Pause zu machen und den See und die Luft zu genießen. Weiter geht es zuerst auf einem Holzpfad durchs Moor, dann direkt auf dem weichen Untergrund. Wer Zeit und Lust hat, kann einen Halt im Torfmuseum machen, eine Runde mit der Torfbahn drehen oder sich auf dem Moorpfad weiter informieren. Verlaufen könnt ihr euch nicht – keine Sorge – es ist alles gut ausgeschildert und wenn ihr auf den Wegen bleibt, werdet ihr auch nicht zur Moorleiche.

So langsam haben wir dann das Hochmoor verlassen. Der Boden wurde wieder fester. Über Feldwege geht es an dem Ort Haidgau vorbei. Hier bietet sich ein kleiner Abstecher zu einer Aussichtsplattform (Quellseen) an. Es geht weiter zum Weiler Haasen, dann folgt das Dorf Ziegelbach. Bis hierhin ist die Route fast komplett eben. Eine ganz neue – aber gute – Erfahrung für uns. Sind wir sonst eher die hochalpinen Wanderfans. Aber das ist ja auch das, was die Wiesengänger Routen auszeichnet: Entspannte Routen durch ebene und wunderschöne Landschaften.

Am Ende des Dorfes Ziegelbach gibt es die erste kleine Steigung rauf nach Oberziegelbach. Es folgen ein kleines Wäldchen, ein paar Höfe, wieder ein Wald und schließlich erreichten wir eine weite Wiesenfläche. Was für eine Weitsicht!

Bald kamen wir nach Rohr und an den Rohrsee. Ebenfalls ein sehr schönes Plätzen. Von hier sind es dann auch nur noch knapp fünf Kilometer bis nach Eintürnen. Zwischen Weitprechts und Eintürnenberg (kurz vorm Ziel) wurden wir zum Schluss der Etappe mit einem tollen Alpenpanorama belohnt. Dieser Aussichtspunkt ist auch eingezeichnet im Wander-Führer – ihr könnt ihn also nicht verpassen. In Eintürnen gab es sogar nochmal eine Belohnung für uns: ein Stück Kuchen im „kleinen Café“. So waren wir gestärkt für die 2. Etappe des Tages.

Unsere 2. Etappe von Entürnen bis Kißlegg

Da wir noch Energie hatten, machten wir an diesem Tag direkt mit der nächsten Etappe weiter: Die Etappe 12 der Wandertrilogie. 13 Kilometer und 3 Stunden lagen vor uns. Der Wanderführer versprach eine tolle Etappe. Unsere Highlights: die Kißlegger Seenplatte, das Blutrote Meer und die Stubensanddüne.

Von Eintürnen ging es zunächst kurz zurück nach Eintürnenberg. Dann wurde es erstmal feucht: Wir kamen am Hasenweiher und am Langwuhr-Weiher vorbei. Eine total schöne Strecke. Im Schatten der Bäume direkt an den Seen vorbei. Kurz haben wir überlegt in einen reinzuspringen...

Weiter geht es mit dem Holzmühleweiher und dem Oberreuter Moor mit seinem blutroten Wasser. Daher der Name „Blutrotes Moor“. Hatte die letzte Etappe eher das Motto Moor, steht diese Etappe für uns ganz im Zeichen des Wassers. Gefühlt waren wir fast immer von Wasser umgeben.

Es folgen der Höllbach, Oberreute und der Rempertshofer Bach. Schließlich gelangten wir an eine Erhebung mit dem seltsamen Name „Buschel“. Hier gibt es eine tolle Aussichtsplattform! Bei Föhnwetter seht ihr hier sehr eindrucksvoll die Alpen.

Von hier aus geht es nur noch bergab. Über Wiesen und Weiden liefen wir nach Rempertshofen und von dort vorbei an der Stubensanddüne. Diese Route verging wirklich wie im Flug: Nur noch zwei Kilometer ab hier! Natürlich erwartete uns am Ende nochmal ein See: Der Obersee. Von dort sind es nur noch ein paar Meter bis zum Ortsschild von Kißlegg. Die Route endet im wunderschönen Schlosspark. Direkt vor dem Neuen Schloss. Das schauten wir uns aber erst am nächsten Tag genauer an.

3. Tag: Ortsrundgang Kißlegg

Der Ortsrundgang Kißlegg ist ein schöner, drei Kilometer langer Weg rund um den Zeller See und durch Kißlegg. Wir waren circa eine Stunde unterwegs.

Los geht’s am Neuen Schloss – denn Achtung, Kißlegg hat auch noch ein 2. Das Alte Schloss. Der Weg führt also von Schloss zu Schloss und stets hatten wir einen Blick auf die markante Barockkirche von St. Gallus und Ulrich. 

Vom Schlosspark aus geht’s Richtung Rathaus. Bevor wir zur St.-Anna-Kapelle auf einem kleinen Hügel kamen, führte ein kurzen Stichweg zum Seeufer. Hier erwarten euch ein toller Blick und gemütliche Sitzgelegenheiten.

Die St.-Anna-Kapelle ist ein echter Geheimtipp für Barockfans. Hier gibt es Fresken des berühmten Malers und Bildhauers Asam. Und wie uns Kißlegger erzählten, wissen das wohl auch nur ein paar Kenner.

Nach der Kapelle verläuft der Weg durch parkähnliches Gelände. Weil wir auf der anderen Seite des Sees waren, lag Kißlegg direkt gegenüber. Wir hatten von dort also ein schönes Panorama auf die Kulisse von St. Gallus und Ulrich sowie auf das Alte Schloss rechts daneben. Hier findet ihr auch den Trilogieplatz mit seinen Info-Würfeln. Wir konnten uns zu den Schlössern und der Kirche von Kißlegg einlesen.

Die Barockkirche befindet sich im Zentrum von Kißlegg und beherbergt einen ganz besonderen Schatz: den berühmten Augsburger Silberschatz. Barockfans sollten hier also auf jeden Fall auch vorbei schauen.

Durch Pfaffenweiler geht es weiter um den See herum. Am Südufer vorbei bis zum Ostufer und weiter zum Alten Schloss aus dem 16. Jahrhundert. Das ist heute im Besitz des Grafen von Waldburg-Wolfegg – also konnten wir hier nicht rein. Aber durch die Einfahrt haben wir ein bisschen reingespitzelt: wirklich schön! Das Alte Schloss ist eines der Wahrzeichen der Gemeinde.

Von hier aus geht es durch die Ortschaft wieder zum Schlosspark zurück. Unterwegs bekommt ihr übrigens einen herrlichen Blick auf die Alpenkette. Die Route endet am Neuen Schloss von Kißlegg. Hier haben wir erstmal auf der Wiese in der Sonne entspannt. Es lohnt sich aber auch das Schloss von innen zu bestaunen. Es steht Besuchern offen.

Unser Fazit

Ein rundum schönes Wochenende. Die Landschaft hat uns wirklich beeindruckt. Und wir als hochalpin Wanderer geben zu: Auch das Wandern in der Ebene hat etwas für sich. Sei es die Möglichkeit sich immer gut zu unterhalten oder auch beim Laufen die Landschaft zu bewundern. Wir fanden es fast meditativ, da wir uns nicht so sehr auf den Weg konzentrieren mussten. Also: Uns hat’s sehr gut gefallen. Wir kommen wieder!

 

Hier gibt es mehr von den Zwei Abenteurern auf der Wandertrilogie Allgäu

Hier gibt es mehr von den Zwei Abenteurern auf der Randrunde Allgäu 

Autor
Die zwei Abenteurer

Bene und Andrea

Die zwei Abenteurer

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