Bad Wörishofen

Sebastian Kneipp

Historische Wasserstelle: die Mühle in Bad Wörishofen

Hier hat er es zum ersten Mal getan. Die Schuhe ausgezogen, die Strümpfe. Die Soutane hoch gehalten, damit ihr Saum nicht nass wird. Und ist in das eiskalte Wasser gegangen. Munter sprudelt der Bach auch heute. Einst hat er hier ein Mühlrad angetrieben. Die Mühle steht noch, hat aber keine Funktion mehr. Doch die Kraft des Wasser ist spürbar. Wie früher. Und so erlebt man hier, an der Stelle, an der Sebastian Kneipp seine erste Wasserkur in Bad Wörishofen gemacht hat, einen besonders authentischen Kneipp-Moment.

Moderne Wasserstelle: Kneipp-Becken

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Mitte des 19. Jahrhunderts kam der damals „Wasserdoktor“ genannte Pfarrer nach Wörishofen. Sein Tun war nicht unumstritten. Man zeihte Kneipp gar der Kurpfuscherei. Doch der ließ sich nicht abhalten. Jahr für Jahr kamen mehr und mehr Menschen, um sich von ihm kurieren zu lassen. Kurz nachdem Kneipp hier zu praktizieren begann, zählte das bis dahin einfache Bauerndorf 4.000 Gäste im Jahr. Sie übernachteten in Ställen und provisorischen Ferienwohnungen. 1893 waren es bereits 33.000 Gäste. Eine touristische Infrastruktur entwickelte sich. Und in den 1920er Jahren wurde Wörishofen zum Bad erklärt. Keine Marketing- Kampagne hat diesen Ort kreiert. Bad Wörishofen ist das Produkt einer Sehnsucht.

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Es ist die Sehnsucht nach Gesundheit und Wohlgefühl. Und die zieht nach wie vor unzählige Menschen in diesen Ort. Ihnen präsentiert sich Bad Wörishofen als Kraftort einer Lehre mit großer Tradition. Man könnte Kneipp, sein Prinzip der fünf Säulen, auch als deutsches Ayurveda bezeichnen. Es geht um viel mehr als Wasser, auch um Ernährung und Lebensordnung – wie sagte Kneipp: „Und vergesst mir die Seele nicht.“

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Kontaktbild Susanne Baade und Dirk Lehmann

Susanne Baade und Dirk Lehmann

Während einer Kreuzfahrt in die Antarktis nehmen wir ein Bad im Südpolarmeer, in Australien steigen wir in einen Helikopter und betrachten die Weinberge von oben. Wir machen ein Trekking zu einem Kloster in Nepal, wohnen in einem Luxus-Hotel auf einer Insel im Persischen Golf und entdecken jetzt das Allgäu – denn Reisen ist unsere Leidenschaft. Und es ist unser Beruf: Wir sind eine Fotografin und ein Autor unterwegs, man nennt uns Reiseblogger oder Reisejournalisten, jedenfalls arbeiten wir nach langjähriger Magazinerfahrung im Verlag Gruner+Jahr nun vor allem online, ein Paar auf Reisen. Auf www.pushandreset.com findet ihr unsere Geschichten über die Welt, hier unsere Reportagen über das Allgäu. Wir freuen uns auf das Abenteuer der Nähe. Viel Spaß beim Lesen! Susanne&Dirk

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