Wohnmobil-Roadtrip mit Kindern

Westallgäu: Am „Meer“ in Lindau, unterwegs über den Baumkronen und wunderschöne Natur am Eistobel

Die Herbstferien haben begonnen und wir freuen uns darauf. Allerdings ist es in Zeiten der Corona-Pandemie gar nicht so einfach, unbeschwert zu verreisen. Wohin kann und darf man überhaupt noch reisen? Was sollte man beachten? Wie kann man vermeiden, etwas zu buchen, das man dann kurzfristig wieder stornieren muss und hinterher sogar auf den Kosten sitzenbleibt?

Um diese Sorgen nicht zu haben, haben wir frühzeitig beschlossen, innerhalb Deutschlands zu reisen und zwar im Wohnmobil. So sind wir autark und flexibel. Als Reiseregion haben wir das Allgäu ausgewählt, einen Teil Deutschlands, den wir trotz seiner Schönheit und Berühmtheit noch so gut wie gar nicht kennen und wenn dann nur von der Durchreise. Was liegt also näher, das Beste aus den diesjährigen Reisebeschränkungen zu machen und das Allgäu zu bereisen? Um so viel wie möglich zu entdecken, und zwar nicht nur die touristischen Highlights, sondern auch etwas abgelegenere Orte zu erkunden, vielleicht sogar den ein oder anderen Geheimtipp ausfindig zu machen, haben wir uns ganze 11 Tage vorgenommen.

Wir starten im Westallgäu, wo wir in Leutkirch unser nagelneues Etrusco-Wohnmobil entgegennehmen. Das 6,96 Meter lange mobile Zuhause ist sehr geräumig, freundlich und hell. Hier finden wir vier genügend Platz zum Schlafen, Spielen, Kochen, Essen, Duschen und Urlaubgenießen.

Um auch während unserer Reise an allen Orten immer mobil zu sein, fehlen nun nur noch ein paar Leihfahrräder. Unbedingt coole Mountainbikes mit guter Federung sollten es laut Meinung unserer Jungs sein. Die finden wir bei Willis Radladen in Isny (http://www.radladen.org). Der freundliche Fahrradladenbesitzer zeigt uns mit viel Engagement und Herzblut, welche Räder er im Angebot hat und gibt sich nicht eher zufrieden, bis jeder von uns sein Traummodell gefunden hat.

Vollgepackt mit den perfekten Fahrrädern und allem, was wir sonst noch auf unserer herbstlichen Allgäutour brauchen, beginnen wir also unseren Roadtrip und fahren zuerst einmal Richtung Bodensee nach Lindau. Denn wer eine Allgäutour unternimmt, sollte auf jeden Fall auch einmal den Bodensee besucht haben, finden wir.

Lindau am Bodensee

Ob der Bodensee ein Meer ist, will unser 8-Jähriger wissen. Oder ob wir mal eben mit den Fahrrädern um den See herum radeln können? Wunderschön liegt der Bodensee da in der Herbstsonne und fast schon übertrieben kitschig gleitet ein stolzer Schwan vorbei. 

Hier steuern wir zum ersten und einzigen Mal auf unserer Allgäurundreise einen Campingplatz an, denn schöne, in Seenähe liegende Stellplätze fanden wir hier nicht. Auf dem Campingplatz Park Camping Lindau am See finden wir einen guten Platz in Seenähe und fahren gleich los mit den Rädern ins etwa 5 Kilometer entfernte Lindau, denn es ist schon Nachmittag und bald fängt es an zu dämmern.

Was für ein Touristenmagnet diese hübsche, auf einer durch Brücken mit dem Festland verbundenen Insel thronende mittelalterliche Stadt in der Hochsaison ist, können wir erahnen. Überall Hotels, Cafés, Ausflugsschiffe, Biergärten und Restaurants. Jetzt im Oktober schlendern wir fast allein durch die Gässchen und blicken von Häfen und alten Befestigungsanlagen auf den See, der hier tatsächlich wie das Meer wirkt. Wir umrunden die Stadt und genießen die Sicht auf den See, bevor wir durch die gepflasterte Altstadt fahren und schmucke Gebäude wie das Rathaus bewundern. Als es ganz dunkel wird, treten wir den kurzen Rückweg zum Campingplatz an.

Skypark Allgäu Naturerlebnispark in Scheidegg

Am nächsten Tag steht der Skypark Allgäu Naturerlebnispark in Scheidegg (https://www.skywalk-allgaeu.de) auf unserem Programm, eine gute Mischung aus Skywalk, Baumwipfelpfad, Naturerlebniswegen, Spielplätzen und Streichelzoo. Hier kann man als Familie gut den ganzen Tag verbringen. Zuerst schaukeln und klettern die Kinder und messen sich in verschiedenen Geschicklichkeitsdisziplinen auf einem Naturspielplatz. Sie balancieren über wackelige Baumstämme und spielen auf dem Spielplatz und im Wald verstecken. Fast müssen wir Erwachsenen sie an die (aus unserer Sicht) Hauptattraktion erinnern, die ganze 40 Meter hohe Aussichtsplattform. Der Blick von ganz oben ist gigantisch: unten die noch sattgrünen Wiesen, auf denen die hübschen grauen Allgäukühe weiden, im Hintergrund die schon schneebedeckten Alpen. Dazwischen herbstlich bunter Wald.

Als nächsten trauen wir uns auf den barrierefreien Baumwipfelpfad, was unseren höhenängstlichen 8-Jährigen etwas Überwindung kostet. Hier läuft man nicht nur entlang, sondern es wird viel Abwechslung geboten. So kann man klettern und rutschen und nebenbei noch einiges über Wald und Waldbewohner erfahren. 

Nachdem wir wieder unten angelangt sind, geht es nach einer weiteren Spielplatzrunde auf den vielen schönen Naturholzgeräten in den Streichelzoo, wo Kaninchen und Ziegen, auch ein sehr niedliches, ganz junges Zicklein, leben. Den besten Platz hat sich ein sehr zufrieden aussehender Ziegenbock ausgesucht.

Lecker einkehren mit typischen Allgäuer Spezialitäten wie Käsespätzle und Kaiserschmarrn kann man hier natürlich auch. Im angrenzenden Museumsshop erweitert unser Jüngster noch schnell seine Radiergummisammlung um ein sehr cooles, neues Monsterexemplar, bevor es wieder den schönen Spaziergang hinab zum Parkplatz geht, mit kleiner Pause auf einer hölzernen Hollywoodschaukel mit Weitblick ins Tal. 

Naturerlebnis Eistobel Wanderung

Ein ganz besonderes Highlight im Westallgäu ist der Eistobel-Wanderweg bei Isny (https://www.eistobel.de). Der ist so beliebt, dass wir auf dem zugehörigen Parkplatz Eistobel kaum noch Platz finden. Man sollte also auch in der Nebensaison lieber früh anreisen. Auf dem Weg verläuft es sich aber ein wenig. Wir zahlen also ein kleines Eintrittsgeld für den Naturpark und kraxeln steil hinab zum Fluss Obere Argen. Über uns thront die 40 Meter hohe Talbrücke Obere Argen. Wir wandern am Fluss entlang und beobachten eine Wasseramsel, die immer neben uns unter- und wieder auftaucht und viel Freude zu haben scheint. Eisvögel gibt es hier auch, wir sehen heute allerdings keinen. Bald schon erreichen wir die ersten Wasserfälle. Überall gibt es schöne Aussichtpunkte und Rastplätze, an jeder Wegbiegung ein neues Naturschauspiel. Der Weg ist wirklich schön und mit dem Wetter haben wir ebenfalls großes Glück, es ist richtig schön warm. Es gibt verschiedene Touren. Wir entscheiden uns für Tour 18, die 4,5 Kilometer lang ist und für die wir (mit Rast) etwa 2 Stunden brauchen. Auch der Rückweg über Felder ist traumhaft. Den Jungs reicht es für heute aber mit dem Wandern und sie sind erstmal froh, dass wir unser Wohnmobil schon von Weitem sehen.


Info: Mit dem Wohnmobil im Allgäu

Das Allgäu eignet sich hervorragend für eine Rundreise im Wohnmobil. Die Entfernungen sind nicht groß, sodass man gut herumkommt, ohne viele Kilometer zurücklegen zu müssen. In der gesamten Region gibt es eine Vielzahl von Stellplätzen. So hatten wir teilweise die Qual der Wahl, wo wir unsere Nächte verbringen wollten. Alle Stellplätze sind sehr gut ausgestattet: mit Stromanschluss, Wasserversorgung und Entsorgung von Grau- und Schwarzwasser und teilweise auch mit eigenen sanitären Einrichtungen. Um Stellplätze zu finden und eine Wohnmobilrundreise durchs Allgäu zu planen, können wir die App Park4Night empfehlen.

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Autor
Wir sind Jenny und Andi und gemeinsam betreiben wir den Familien-Reiseblog Travelisto (https://www.travelisto.net).  © Travelisto

Jenny und Andi - Travelisto

Travelisto

Wir sind Jenny und Andi und gemeinsam betreiben wir den Familien-Reiseblog Travelisto. Schon immer sind wir gerne gereist und waren sportlich unterwegs, was sich auch mit unseren beiden Jungs Milan (11) und Mato (8) nicht geändert hat.

Auf Travelisto.net berichten wir über unsere Reisen durch Deutschland, Europa und die ganze Welt, aber auch über Ausflüge in die nähere Umgebung. Da wir uns nicht auf eine Art des Reisens festlegen wollen, konnten wir in den letzten Jahren einiges erleben. Von Camping über Roadtrips und Rucksackreisen bis Hotelreisen war so ziemlich alles dabei. Auf unserem Blog erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos und Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen. Zu hören sind wir zudem in unserem Podcast, in dem wir regelmäßig Episoden über unsere Reiseerfahrungen veröffentlichen.

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