Wohnmobil-Roadtrip mit Kindern

Oberallgäu: Wasserfälle, Tobelwege, Hochmoore, Berggipfel und rasante Abfahrten

Wasserfälle, Tobelwege, Hochmoore, Berggipfel und rasante Abfahrten

Geheimtipp Niedersonthofener Wasserfall

Im Bemühen, nicht ausschließlich die überlaufenen Allgäu-Touristen-Hotspots anzusteuern, sind wir bei der Suche nach Geheimtipp-Alternativen auf den Niedersonthofener Wasserfall gestoßen. Der liegt allerdings so versteckt, dass man den Zugang dorthin kaum findet und uns das Navi erst einmal fehlleitet. Und mit großem Wohnmobil muss man ja auch immer darauf achten, nirgendwo im Weg herumzustehen und den Unmut der Anwohner auf sich zu ziehen. Schließlich finden wir ein Plätzchen zum Parken und fahren zunächst mit den Fahrrädern los. Allzu weit kommen wir damit nicht, denn der Waldweg ist sehr holprig und führt ziemlich steil bergan. Zumindest konnten wir unsere beiden Jungs so eher motivieren als mit der Aussicht auf „Wandern“. Nun wandern wir weiter und der Weg ist sehr schön und menschenleer. Durch den herbstlichen Wald laufen wir bei schönstem Sonnenwetter immer am Wasser entlang, der Boden ist matschig, die Sonne scheint durch die Baumkronen. Mal geht es über schmale Pfade treppauf, mal über Brücken, bis wir den ziemlich versteckt liegenden Wasserfall entdecken, und der ist spektakulär. Hier machen wir Rast und lauschen dem wilden Getöse eine ganze Weile, bis wir wieder zurücklaufen. Hier haben sich auch unsere Jungs keine Sekunde lang gelangweilt.

Mit der Fellhornbahn hinauf in den Schnee und wandernd wieder hinunter

Bei eisigem Sonnenwetter brechen wir auf zur Fellhornbahn. Bei diesem Wetter und in den Herbstferien vieler Bundesländer sind wir nicht die einzigen, die heute aufs Fellhorn hinauffahren möchten. Nach etwas Wartezeit, auch coronabedingt, fahren wir mit der Gondel der Oberstdorf-Kleinwalsertal-Bergbahnen hinauf zum Fellhorn. Auf halber Höhe steigen wir um und fahren weiter hinauf zur Gipfelstation auf 1967 Metern. Oben angekommen, können unsere Jungs ihr Glück kaum glauben, dass hier tatsächlich Schnee liegt und zwar genug, um sich mit Schneebällen zu bewerfen und einen Schneemann zu bauen. Der Blick auf die gegenüberliegenden Alpengipfel ist wunderschön. Hier oben hat man die Wahl, ganz hinauf zum Gipfel zu laufen, zu einem See zu wandern, oder den Weg bergab zu nehmen. Wir entscheiden uns für letzteres. Eigentlich wollten wir bis zur Fellhorn Gipfelbahn Station laufen, dort einkehren und mit der Gondel wieder hinunterfahren. Nach einigem Hin und her entschließen wir uns aber, den Weg ganz bis hinunter zu Fuß zurückzulegen. Die Wanderung ins Tal ist mit zwei Stunden angegeben, womit man auch mit Kindern sehr gut hinkommt. Wir machen einige Pausen, z.B. am sehr hübsch gelegenen, zugefrorenen Schlappoltsee. Die Wanderung ist superschön und abwechslungsreich, über Skipisten, durch Wälder, Felder und über Brücken und Bergbäche. Von Weitem sehen wir schon unser Wohnmobil auf dem Parkplatz der Talstation stehen und freuen und auf einen späten Nachmittagssnack, denn unseren Proviant haben wir schon längst aufgegessen.

Mit der Hörnerbahn hinauf aufs Bolsterlanger Horn und im Mountaincart wieder hinunter

Heute fahren wir in den kleinen gelben Gondeln der Hörnerbahn von Bolsterlang aus hinauf aufs Bolsterlanger Horn. Auf 1586 Metern angekommen, ist es so neblig, dann man kaum die Hand vor Augen sehen kann. Was vor allem unser Jungs sehr freut, ist, dass wir heute nicht den Berg hinunterwandern, sondern eine besondere Attraktion geplant haben, die wir so auch noch nicht kannten, geschweige denn ausprobiert haben: Wir leihen uns Mountaincarts, eine Art Kettcar ohne Kette, in denen wir ins Tal düsen. Unser 8-jähriger Mato ist noch zu klein, um selbst zu fahren, und fährt bei Andi mit. So ganz geheuer ist ihm die Fahrt nicht und als Beifahrer kommt ihm das Tempo wohl noch schneller vor. Spaß hat er dann aber doch. Der 11-jährige Milan und Jenny pesen schon mal vor. Von entgegenkommenden Wanderern ernten wir teils Spott, teils Freude über diese seltsame Art der Fortbewegung bergab. Wir haben jedenfalls Riesenspaß und würden am liebsten gleich noch einmal fahren.

Wanderung durch den Ostertobel bei Gunzesried

Nach dem Mountaincartspaß haben wir heute noch eine Wanderung durch den Ostertobel bei Gunzesried geplant. Was Tobel bedeutet, mussten wir als Nicht-Allgäuer erst einmal recherchieren: „enge Schlucht, besonders im Wald“. Auch der Ostertal-Tobelweg ist recht versteckt, man muss ihn erst einmal suchen. Wir finden einen Wanderparkplatz, wo wir im Wohnmobil picknicken und von hier aus mit unseren Rädern starten. Wie schon befürchtet, müssen wir allerdings wieder bald absteigen und zu Fuß weitergehen, was unseren Jungs zunächst missfällt. Der Weg ist aber so schön, immer am Ostertalbach entlang durch den Wald, vorbei an Felswänden, dass die Kritik am Wandern sehr bald schon verstummt. Am steinigen Ufer des Ostertalbachs bauen wir Steintürme und genießen die Natur und den Blick auf Wasserfälle. Zum Parkplatz ist es von hier aus gar nicht mehr weit, sodass wir beschließen, den Weg weiterzugehen und die Räder später mit dem Wohnmobil einzusammeln. Ein wirklich schöner Spaziergang!

Wanderung durchs Tiefenberger Moor

Wir sind noch nie durch ein Hochmoor gewandert. Und genau das haben wir heute vor. Von Ofterschwang aus starten wir, um durch das Tiefenberger Moor zu wandern. Wir haben so großes Glück mit dem Wetter, dass uns schnell viel zu warm wird in unseren Winterjacken. Wir gehen einen Rundweg durch das Hochmoor, etwa sieben Kilometer durch schönste Moorlandschaft und Wald, über Brücken, Wurzeln und Moos, immer mit dem schönen Alpenpanorama im Hintergrund, bei über 20 Grad mit kaum noch Schnee auf den Gipfeln. Überall zwitschern Vögel in den Moorkiefern, flattern Schmetterlinge und fliegen Marienkäfer. Im T-Shirt machen wir Rast in der Sonne. Der Wald lädt ein zum Mooshäuschenbauen mit Rindendächern. Daran hat auch noch unser 11-Jähriger viel Freude (und wir Erwachsenen auch!).

Zur Übernachtung steuern wir zum mittlerweile dritten Mal auf unserer Allgäureise den Wohnmobilstellplatz in Fischen an. Hier ist es ruhig und schön und man ist überall schnell. Diesmal fahren wir mit den Rädern auch einmal in das hübsche Örtchen hinein und essen ein sehr leckeres Eis. Wer hätte in einem kleinen Ort mitten im Allgäu mit einer Eisdiele gerechnet, die so außergewöhnliche Sorten wie Mozartkugeln oder Crème brûlée anbietet? Wir sind jedenfalls sehr begeistert und lassen uns die Riesenkugeln schmecken. Außerdem erkunden wir den Eichhörnchenwald, in dem allerdings vor allem Raben und Eichhörnchen suchende Familien unterwegs sind. Vermutlich sind die Tiere um 17 Uhr schon satt und haben sich versteckt. Schließlich entdecken wir doch noch zwei Exemplare. Aber auch wenn sich die Eichhörnchensuche etwas mühsam gestaltet, ist der Wald auch so schön. Die Jungs flitzen noch ein wenig umher und spielen Verstecken, bevor wir wieder in Richtung Wohnmobilstellplatz aufbrechen. Was für ein schöner Waldtag heute! 

Info: Mit dem Wohnmobil im Allgäu

Das Allgäu eignet sich hervorragend für eine Rundreise im Wohnmobil. Die Entfernungen sind nicht groß, sodass man gut herumkommt, ohne viele Kilometer zurücklegen zu müssen. In der gesamten Region gibt es eine Vielzahl von Stellplätzen. So hatten wir teilweise die Qual der Wahl, wo wir unsere Nächte verbringen wollten. Alle Stellplätze sind sehr gut ausgestattet: mit Stromanschluss, Wasserversorgung und Entsorgung von Grau- und Schwarzwasser und teilweise auch mit eigenen sanitären Einrichtungen. Um Stellplätze zu finden und eine Wohnmobilrundreise durchs Allgäu zu planen, können wir die App Park4Night empfehlen.

Über Uns
Wir sind Jenny und Andi und gemeinsam betreiben wir den Familien-Reiseblog Travelisto (https://www.travelisto.net). Schon immer sind wir gerne gereist und waren sportlich unterwegs, was sich auch mit unseren beiden Jungs Milan (11) und Mato (8) nicht geändert hat.

Auf Travelisto.net berichten wir über unsere Reisen durch Deutschland, Europa und die ganze Welt, aber auch über Ausflüge in die nähere Umgebung. Da wir uns nicht auf eine Art des Reisens festlegen wollen, konnten wir in den letzten Jahren einiges erleben. Von Camping über Roadtrips und Rucksackreisen bis Hotelreisen war so ziemlich alles dabei. Auf unserem Blog erzählen wir Geschichten von unterwegs, zeigen Fotos und Videos und geben konkrete Tipps und Anregungen. Zu hören sind wir zudem in unserem Podcast, in dem wir regelmäßig Episoden über unsere Reiseerfahrungen veröffentlichen.

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Wir sind Jenny und Andi und gemeinsam betreiben wir den Familien-Reiseblog Travelisto (https://www.travelisto.net).  © Travelisto

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