Balance: ... und vergiss mir die Seele nicht.

200 Jahre Kneipp

Es gibt Wissenschaftler, die bestreiten, dass es überhaupt so etwas gibt – wie eine Seele. Für Sebastian Kneipp war klar, dass ein Mensch nur dann gesund sein kann, wenn es sein Innerstes auch ist. Als Seelsorger hat der Pfarrer viel Wert darauf gelegt, dass seine Patienten eine Balance leben, um Kraft zu tanken, fokussiert zu sein und mehr Lebensfreude zu finden. Kneipp stammte aus einfachen Verhältnissen, zuhause tauschte man sich nicht groß aus. Später war für ihn die Aussprache von elementarer Bedeutung. Und nicht wenige sagen, dass dieser Austausch auch Teil des Erfolgs der Kneipp’schen Lehre ist.  

Was Kneipp Ordnungstherapie genannt hat, wäre heute eine Mischung aus Psychotherapie, Seelsorge und Achtsamkeit. Denn Ausgeglichenheit und Harmonie gelten als Basis einer gesunden Lebenseinstellung. Was schon vor 150 Jahren revolutionär war, wird immer noch von der Schulmedizin eingefordert. Dabei gibt es unzählige Beispiele dafür, wie sehr die Psyche auf unsere Immunabwehr wirkt. Und heute lassen sich die meisten Krankschreibungen zurückführen auf psychische Erkrankungen wie Burnout und Depression. Wer nicht in Balance lebt, so Kneipps Überzeugung, erhöht das Krankheitsrisiko. Sein Ziel war Eigenverantwortung, dass wir Menschen unser Leben und unsere Gesundheit selbst in die Hand nehmen. 
Anwendung in der Kneipp-Therapie: einfühlsame Gespräche, Ruhe und Entspannung. Über eine Auszeit für Körper, Geist und Seele soll man zu innerer Balance finden. 

„Erst als man den Zustand ihrer Seele kannte und da Ordnung hineinbrachte, ging es mit ihren körperlichen Leiden auch besser.“ 

Sebastian Kneipp