Lauris Job #4: Brauer*in bei der Brauerei Schäffler, Missen-Wilhams

Brauerei Schäffler: Hier sind weder Hopfen noch Malz verloren

Brauer*in in der Brauerei Schäffler: Als Bierliebhaberin ins Paradies. Als Crew-Mitglied gibt es für mich hier viel zu schnuppern, zu entdecken und natürlich auch zu kosten.

Zugegeben: Bei uns am Niederrhein wird eher König Pilsener und Diebels Alt getrunken, deshalb bin ich noch nie in den Genuss eines Schäffler Biers gekommen. Ich bin unglaublich gespannt herauszufinden, wie eines meiner liebsten Getränke hergestellt wird und welche Aufgaben es für mich als Brauerin in der Brauerei Schäffler zu tun gibt.

Über Jahre gereift - wie der Betrieb so auch die Braukunst

Ein Familienbetrieb in 6ter Generation, in dem auch noch viele Familienmitglieder arbeiten ist für mich schon sehr beeindruckend und mindestens genauso eindrucksvoll ist die Brauerei und der wunderschöne Gasthof, der dazu gehört.

Die Brüder Graßl, Sebastian (Geschäftsführer) und Florian (Braumeister und Leiter der Füllerei) begrüßen mich morgens und geben mir mein Arbeitsoutfit (laut Jackenaufschrift bin ich jetzt offiziell Crewmitglied. Wow!). Über Du oder Sie wird hier gar nicht erst gesprochen. Super sympathisch und entspannt. Sebastian und Manuel (Brauer) zeigen mir heute welche Arbeitsschritte für das perfekte Schäfflerbier durchlaufen werden, wie die Brauerei aufgebaut ist und was ihre Aufgaben sind. Später darf ich sogar selbst Bier brauen. Was für eine Ehre!

Auf den Spuren des flüssigen Golds

Das heilige Sudhaus: Hier stehen zwei glänzende Kupfer-Kessel in denen dem erwärmten Brauwasser Malz (den wir vorher geschrotet haben) zugefügt wird. Rühren, rühren, rühren = Maische. Ab in den zweiten Kupferkessel (Läuterbottich). Beim Läutern werden hier der Malztreber und der flüssige Teil der Maische getrennt. Dann ab in die Pfanne und Hopfen dazu. Jetzt kommt der Whirlpool (in einer Brauerei?). Sebastian erklärt mir, dass der Whirlpool das Prinzip einer Teetasse hat: Durch das Rühren sammeln sich die Rückstände in der Mitte. Jetzt wird Hefe zugefügt und die Flüssigkeit auf die richtige Temperatur gebracht, damit die Hefekulturen sich wohlfühlen und motiviert sind zu arbeiten. Nach der Gärung wird das Bier gelagert, bevor es dann abgefüllt wird, verkauft wird und auf dem Tisch der Job-WG Allgäu landet.

Wusstet ihr was mit euren leeren Flaschen passiert?

Ich hab‘s mich schon immer gefragt. Sie kommen bei Schäffler in der Füllerei an, werden in eine Art Spülmaschine gesteckt und ordentlich gereinigt, hier werden dann auch die alten Etiketten abgelöst. Auf einem kleinen Laufband kommen sie wieder raus und werden gründlich (!!) auf Schäden und Rückstände kontrolliert, bevor neues Bier hineinkommt. Kronkorken und neues Etikett drauf und fertig ist der Schäfflerkasten.

Eine kleine große Überraschungstüte

Nicht nur die große Zahl an Bereichen, in denen man arbeiten kann, hat mich fasziniert, sondern auch die Menschen. Manuel ist voller Leidenschaft, als er mir alles erklärt und zeigt. Ganz beiläufig sagt er dann: „Schäffler geht unter die Haut“ und zeigt mir sein tätowiertes Schäfflerwappen auf dem Oberschenkel: Das bringt auf den Punkt, was diese Brauerei so besonders macht! Ich bin wirklich gerührt. In dieser Familienbrauerei arbeiten alle Hand in Hand (was auch nötig ist, da die einzelnen Prozessschritte flüssig ineinander übergehen). Alle lachen miteinander und nehmen sich gegenseitig auf die Schippe. Es ist ein tolles Gefühl, so aufgenommen zu werden und zu sehen, dass jeder so sein kann wie er ist und es auch ist, wenn ich dabei bin. Wer hier arbeitet, bekommt nicht nur einen tollen Arbeitgeber, sondern auch eine Familie. Dieses Gefühl wird natürlich auch durch das gemeinsame Feierabendbier gestärkt.

Heilige Brotzeit

Mittlerweile heißt es: Ohne Brotzeit, ohne mich. Aber einen von Florians selbstgemachten Leberkäs hätte ich nun wirklich nicht erwartet, die perfekte Ergänzung? Das Allgäuer Hell vonn Schäffler.

Schmeckt dir Bier, bist du richtig hier

Ob Brauer oder Brauerin ist egal, alle müssen dieselben Voraussetzungen erfüllen und mit anpacken können. Man muss eine 3-jährige Ausbildung absolvieren, um Brauer*in und Mälzer*in zu werden. Voraussetzung: Leidenschaft und man sollte natürlich Bier mögen, denn wie Sebastian sagt: „Was uns schmeckt, das schmeckt auch unseren Kunden.“. Ergänzend: Humor ist Pflicht, Fleiß kein Fremdwort und Sprüche sollte man verkraften und austeilen können, während man montags - freitags (und ab und zu am Wochenende) arbeitet. Da jeder Bereich auch einen Leiter braucht, hat man auch Aufstiegschancen oder die Möglichkeit zur Meisterschule zu gehen.

Do it yourself

Jetzt bin ich dran! In dem kleinen Sudkessel (in dem sonst nur neue oder ausgefallene Sorten gebraut werden), stelle ich (natürlich unter Aufsicht) das ein sommerliches Bier her. Falls euch also demnächst euer Bier besonders gut schmeckt, das war ich :P

Tradition muss Leben

Sebastian ist es wichtig, die Traditionen beizubehalten, aber auch weiterzuentwickeln. „Tradition muss Leben und darf nicht stehen bleiben.“ Weil die Traditionen nicht einstauben sollen, wird bei Schäffler immer an neuen Variationen gearbeitet. Es wurde ein sehr moderner und schicker Biergarten gebaut, Whiskey produziert und Gin kreiert (schmeckt superlecker, wie ich während der Verkostung feststellen konnte.).

Bierverkostung

Schäffler hat wirklich ein großes Sortiment, das saisonal Zuwachs bekommt. 5 Sorten lasse ich mir schmecken (in meiner Heimat gibt es kein Schäffler, wie soll mein Leben da weitergehen? ☹). Welche die Beste ist? Puuh keine Ahnung .... wie andere sagen: Es gibt zu jedem Essen den passenden Wein. Ich würde sagen: Es gibt für jeden Moment das passende Bier. Abschließend fahren wir mit der Bierkutsche zur Siedelalpe, um Bier auszuliefern (natürlich fahre ich nicht mehr, das wäre unverantwortlich :p), denn auch das gehört zum Job dazu.

Weitere spannende Informationen über die Schäffler Brauerei findest du unter:  www.schaeffler-braeu.de/ 

 


Job-Checkliste

Für wen ist dieser Job geeignet:

Bierliebhaber, die kommunikativ sind, Lust auf die Arbeit im Team haben und Humor haben.

Was muss man mitbringen:

Grundlegende Chemie-, Biologie- und Mathematikkenntnisse, körperliche Voraussetzungen, um mit anpacken zu können und eine große Portion Humor.

Vor was darf man keine Angst haben:

Vor einem sehr lockeren Umgang, mit durch und durch ehrlichen Menschen. 

Absolutes Highlight des Jobs:

Das Gemeinschaftsgefühl und die Authentizität der Schäfflerbrauerei und ihrer Mitarbeiter*innen.

Tagesaufgaben in Stichworten

Während des kompletten Brauprozesses fallen wechselnde Aufgaben an. Sowohl im Sudhaus, als auch im Gärkeller, Lagerkeller und der Abfüllung muss ein/e Brauer*in mit anpacken.

Autor
Jobhopperin Lauri: Laura, oder auch Lauri genannt, ist mit ihren 28 Jahren die Älteste in der Runde. Aus dem schönen Niederrhein kommend, lernt sie nicht nur viele neue Jobs kennen, sondern schnuppert auch zum ersten Mal Allgäuer Landluft. © Allgäu GmbH

Jobhopperin Lauri

Job-WG Allgäu

Ich bin Lauri: Absolute Genießerin, unerschütterliche Optimistin und lebenslustig. Meine Einstellung: „Geht nicht, gibt’s nicht.“. Also ran an den Speck und einfach mal versuchen. Vieles geht gut, manches aber auch schief. Gehört ja aber dazu, oder?
Ich lache viel und gerne (auch über mich), bin neugierig und quassele den lieben langen Tag.
Mein Herz schlägt für die Natur, gutes Essen, Action, das Reisen und meine Nike Air Schuhe (Verrückt? Auf jeden Fall, aber sie begleiten mich auf all meinen Abenteuern).
Rumsitzen? Ohne mich! Jobhopperin in der Job-WG-Allgäu sein ist also perfekt für mich!

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