Bad Wörishofen

Die Glückswege in Bad Wörishofen

Blumen, Kräuter, Kohl – Beete im Park von Bad Wörishofen

Ein Name kann auch eine Hypothek sein. Von Bad Wörishofen aus kann man auf Glückswegen einmal die Stadt umrunden. Und während man sich von der Innenstadt aus langsam auf den Weg macht, stellt man sich vor allem eine Frage: Wie soll mich ein Weg glücklich machen?

Die Runde beginnt mitten in der Stadt. Es geht vorbei am Kneipp-Denkmal – habe die Ehre, Herr Doktor – in den Kurpark. Wir streifen durch Beete mit Rosen und Kräutern, mit Kohl und Fingerhut. Und stehen plötzlich am Stadtrand, wo Bad Wörishofen übergeht in die Landschaft. Schön, aber giftig: der Fingerhut

Wir lesen viel über Kneipp und spüren ihm in unzähligen Wasserbecken nach. Sie säumen die Glückswege wie gewöhnliche Wege von Bänken begleitet werden. Und schon bald genießen wir das schöne Ritual des Schuhe aus, Socken aus, durchs kalte Wasser, Socken an, Schuhe an. Dass uns das nicht müde wird, hätten wir nie gedacht.

Im Café Schwermer kaufen wir eine kleine Wegzehrung, frisch gebackener Baumkuchen. Köstlich! Schließlich kommen wir zurück in den Park von Bad Wörishofen. Und obwohl wir nun so viel gekneippt haben, lockt uns der Barfußpfad. Wir folgen ihm ein Stück durch den Park, wir spüren harte und weiche, kalte und feuchte, spitze und weiche Untergründe und genießen das Leben, das daraufhin durch die Füße pulsiert, die sonst vor allem in Schuhen gefangen sind.

 

Gut 5 Kilometer waren wir unterwegs. Mehr als zwei Stunden haben wir
dafür gebraucht für die kleine Runde um die Stadt. Doch jeden Moment
genossen. Am Abend dann liegen wir im Bett, die Füße pulsieren, die
Gesichter glühen. Und eine große Wohligkeit durchströmt uns. Ja, das ist
es, das Glück eines Wanderers.

Bilder
Autor
Kontaktbild Susanne Baade und Dirk Lehmann

Susanne Baade und Dirk Lehmann

Im Expeditionsschiff in die Antarktis und per Helikopter über Australien, Wanderung zu einem Kloster in Nepal und Besuch im Luxushotels in Paris, Trekkings durch Kanada und Achtsamkeitsübungen im Allgäu – zu reisen, zu fotografieren, die Welt zu erzählen: Das ist unser Beruf, unsere Berufung. Lange haben wir als Redakteure namhafter Magazine im Hamburger Verlag Gruner+Jahr gearbeitet, seit einigen Jahren berichten wir nun für das Allgäu aus dem Allgäu. Hier haben wir besondere Menschen kennen gelernt, faszinierende Momente erlebt und eine Natur, die uns immer wieder begeistert. Wir sind dankbar für jedes dieser Abenteuer. Und dafür, dass Sie uns begleiten! Susanne&Dirk

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