Start- und Willkommensplatz Rettenberg

Sagenhafte Plätze

Ein jeder Mensch sollte seinen persönlichen Platz in dieser Landschaft haben, dachte ich bei mir. Einen Ort, der ihm Ruhe und Kraft vermittelte, an den er sich zurückziehen, seinen Gedanken freien Lauf lassen und sich einfach gelöst fühlen konnte. Und rund um dieses Dorf fand ich so viele solcher Plätze, die mit ihren Aussichten ein Fenster in die Landschaft darstellten, das ich nur zu öffnen brauchte.

Ich fand meinen Lieblingsplatz in der Nähe einer der vielen Hütten, die es hier gab. Sie lag unterhalb des Berges, der von vielen auch nur der „Wächter des Allgäus“ genannt wurde, dem Grünten. Ich ließ mich auf den grünen Weiden der Alpe nieder und richtete meinen Blick in die Ferne, genoss meinen ganz privaten Logenplatz, den ich erobert hatte und der mir ein einzigartiges Panorama bot.

Ich vergaß die Zeit, ließ mich verzaubern von dem magischen Rot-Gelb der untergehenden Sonne, das sich mit dem dunstigen Blau der Dämmerung verband. Da hörte ich sie wieder, die Stimmen, die die Geschichten dieser Gegend erzählten. Der leichte Abendwind trug ihre Sagen an mein Ohr.

Sie sprachen von einem schwarzen Ritter, der mit seinem starken Rappen des Nachts um die Ruine Rettenberg streifte. In ihr sollte sich die Leiche seiner Frau befinden, die er getötet hatte. Für die einen war es ein Jagdunfall gewesen, die anderen sprachen von Mord aus Eifersucht. Zur Strafe jedenfalls habe der Ritter noch über Jahrhunderte um seine Burg geistern müssen.

Eine andere Sage erzählte von den Venedigermännle, die das goldene Herz des Grünten kannten. Zu ihm gelangte man nur über einen langen Gang, dessen Eingang eine Felsspalte war. Im Innern des Berges floss ein Goldbrünnle, unter den die Männlein nur ihre Krüge stellen mussten. Außer ihnen aber wusste niemand, wo der Eingang lag.

Langsam verklangen die Geschichten und ich erinnerte mich an die Erlebnisse des Tages. Wie ich oben auf dem Gipfel des Wächters gestanden und alles gesehen hatte: die Schweizer Berge, den gesamten Alpenkamm des Allgäus bis hin zur Zugspitze. Wie ich am Jägerdenkmal innegehalten und alles hatte wirken lassen. Dieses sagenhafte Hüttenreich faszinierte mich und ich beschloss, mich nicht mit einem Lieblingsplatz zufrieden zu geben.

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