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Verloren in der Pracht

Mein Gott, dachte ich beeindruckt, wie glücklich konnte sich dieses Land schätzen. So reich an Erbe, so voller Prunk, so gesegnet von der Geschichte. Und so stand ich vor diesem Bauwerk, das mich schon von Weitem beeindruckt hatte. Nun aber war ich sprachlos, gefangen von der Aura, die es umgab, kleinlaut ob seiner Größe und der Macht, die es ausstrahlte.

Ich öffnete die Pforte und trat ein in eine andere Welt. Meine Augen brauchten einige Zeit, ehe sie sich zurechtfanden. Ebenso mein Geist, der den vielen Eindrücken unterlag. Was ich sah, war ein Meer an Farben und Figuren, was ich spürte, war Ehrfurcht und Verehrung. In der Luft lag der Hauch von Weihrauch und Anbetung.

Erst jetzt wusste ich, ich würde es nie in seiner ganzen Pracht erfassen können, dieses Monument an seine Heiligkeit. Ich würde nur wenige Details von vielen im Gedächtnis behalten, selektiv, ohne roten Faden, nur geleitet von meinem überforderten Geist. Da kamen sie mir zu Hilfe, diese einfachen Ordnungsgruppen der Menschheit: die Zahlen.

1.200 las ich und sah mich um. Gemeint waren die vielen Darstellungen von Engeln, gleichgültig ob gemalt oder als Plastik. Und ich versuchte, mir nur einen einzigen einzuprägen, von dem ich dann erzählen konnte. 10.918 las ich weiter und konnte es nicht glauben. Drei Orgeln fasste dieses Bauwerk, einzigartig in ihrem Ensemble, ein weiteres Meisterwerk in einem Meisterwerk. Und die 10.918 Pfeifen dieser drei Orgeln erfüllten diesen Raum mit Klang.

Mein Weg führte mich immer tiefer hinein in den Raum dieses Bauwerks, nun bereit für weitere Wunder. Ich erinnerte mich an die 26, aber ich sah sie nicht alle, die verschiedenen Tierarten. Nur eines konnte ich erfassen, die 16 Altäre, die der Kirchenraum beherbergte. Doch nur die Anzahl vermochte ich nachzuvollziehen, ihre Verzierungen, ihre Liebe zum Detail, das alles wird nur als ein Bruchstück in meiner Erinnerung bleiben.

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