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Dem Wächter ins Herz schauen

Noch nie hatte ich diesen Berg, oder überhaupt einen Berg, so erlebt, wie heute. Tief in sein Innerstes hatte ich gesehen, hatte es sogar betreten und hatte dem Wächter damit direkt in sein Herz geschaut. Was ich dabei alles erlebt hatte, war nicht nur ein geologisches Wunder, sondern auch ein Stück Wirtschaftsgeschichte der Region.

Mein Weg führte mich zu der Erzgruben Erlebniswelt am Grünten. Ich ließ mir erzählen, dass besonders der Südhang des Wächters reich an dem Mineralgemenge war. Zunächst hatte ein Abbau in offenen Gruben ausgereicht. Während ich in die Tiefe dieses Tagebaus blickte, stellte ich mir vor, wie hier die Männer vor vielen Jahren schufteten. Auf eigene Rechnung und Risiko, denn nur das, was sie schürften, wurde vom Hüttenamt gezahlt. Die Rechte an dem Berg und seinem Erz besaß der Fürstbischof von Augsburg, später dann der König von Bayern.

Ich begab mich weiter unter Tage, in die Theresien-Grube. Was mich heute recht komfortabel und mit ausreichender Breite empfing, musste vor vielen Jahren erst geschaffen werden. Ich dachte an die vielen Knappen, die hier meißelten, sprengten, der Gewalt des Berges ausgesetzt waren und mühsam das Gewonnene ans Tageslicht beförderten. Ohne die Hilfe der Technik, die wir mittlerweile kennen und nutzen, oder den Schutz einer ordentlichen Kleidung, wie sie heute für Nässe und Kälte produziert wird.

Dann gelangte ich noch ein Stück tiefer in die Welt des Grünten. Lange hielt ich mich in der Anna-Grube auf, blickte in diesen tiefen und langen Spalt, den die Knappen einst geschaffen hatten, um ihr Geld zu verdienen. Ich wusste, es war nur einer von vielen Hohlräumen, die das Innerste des Berges durchzogen.

Was die Knappen aus dem Berg holten, verarbeiteten die Schmieden der Region zu Nägeln, Beschlägen, Haushaltsgeräten und auch Waffen. Hart und spröde war es gewesen, das Eisen des Wächters, für feine Schmiedekunst nicht immer geeignet und doch entstanden auch manch erstaunliche Ornamente. Es schien mir fast vergessen, dass es lange Zeit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor gewesen war.

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