Wir sitzen im Garten des Hotels Kneippianum in Bad Wörishofen

Man darf das Haus durchaus als das Stein gewordene Vermächtnis Kneipps bezeichnen. Es war einst eine Klinik und wandelt sich immer mehr zu einem Vier-Sterne-Hotel. In dessen Garten, der übergeht in den Park von Bad Wörishofen, spürt man, dass dieser angelegt wurde, um Ruhe zu finden. Wir sitzen mit der Psychologin des Hauses unter ausladenden Bäumen, die Spätsommersonne blitzt durch das Laub, und wir erleben wie gegenwärtig Kneipp sein kann.

Viele Gäste kommen, so Psychologin Sonja Endras, um Stresssymptome zu kurieren. Was man heute Burnout nennt und Depression, wurde auch früher schon behandelt. Heute gehört es zur Anamnese, einen Fragebogen auszufüllen. Der Fragebogen als Masterplan der eigenen Auszeit. Die Küche wird mit einbezogen. Und Jochen Reisberger, Leiter des KneippSPA im Kneippianum, koordiniert die Anwendungen: Aromawickel, Morgenwaschung, Heusack und Wechselguss. Bezeichnungen, die für einen gewissen Schauder sorgen, die aber mehr Halt vermitteln als Lomi-Lomi und Kleopatra-Bad.