Wer ein reduziertes Design-Hotel sucht, sei hier falsch

Seine Geschichte sieht man dem Haus heute noch an. Darauf weist Armin Gross gern hin: Wer ein reduziertes Design-Hotel sucht, sei hier falsch. Die Einrichtung ist üppig, alpenländische Fundstücke, antike Möbel, historische Einbauten, Details aus fernen Schlössern. Am Anfang fremdelten wir Norddeutsche ein wenig damit. Doch bald schon fühlt sich der Stil ganz selbstverständlich an – und wir uns ebenso wohl zwischen holzvertäfelten Wänden, unter ausladenden Kronleuchtern, hinter großen Panoramascheiben, durch die man vor allem eins sieht: ein weites Tal, Kühe, Kirchen, Bergflanken. Ein zauberhaftes Alpen-Bild. Das ist auch der Star beim Blick vom Balkon unseres Zimmers. Wir Großstädter stehen da, blicken hinaus, lassen die Landschaft auf uns wirken. Sie wirkt. Und wirkt. Und so beginnt ein Wellness-Wochenende mit Tiefenentspannung, noch bevor es überhaupt zu einer Anwendung kommt.

Dafür stehen wir später in unseren Hotelbademänteln in der Wellness-Abteilung des Hotels. Und hier zeigt sich der Vorteil eines großen Hotels: Es bietet viel Platz für verschiedene Anwendungen. Das Luitpold hat ein großes Freibad, ein kleines Hallenbad, diverse Saunen, einen Whirlpool, eine Kältekammer, ein Dampfbad, diverse Wannen für Kleopatra- und Kaiserbäder und zwei Räume mit Holzzuber für Moorbäder. Während sich Susanne für das schwefelhaltige Sisi-Bad entschieden hat, steige ich ins therapeutische Moor. Ich werde darüber informiert, dass es sehr warm werden kann im Moor, dass es einen Effekt gebe wie ein künstliches Fieber. Und dass es einen Not-Ausschalter gebe, mit dem ich das Moor ablassen könne, falls ich mich nicht mehr wohl fühle.