Sie sind ein schönes Paar – die Risikobereitschaft und der unternehmerische Mut.

Sie sind ein schönes Paar – die Risikobereitschaft und der unternehmerische Mut. Man braucht beide, um einen eigentlich erfolgreichen Betrieb aufzugeben, weil man ein neues Konzept starten will. So mancher hatte Sabine und Hans-Jörg Lingg prophezeit, sie würden Harakiri betreiben als sie vor 25 Jahren beschlossen, ein erst kürzlich übernommenes und sehr gut besuchtes Ausflugslokal an einem Berghang vor den Toren Oberstaufens so nicht mehr fortführen zu wollen. Denn an schönen Wochenenden stauten sich die Busse auf dem Parkplatz vor der Aussichtsterrasse. Es war nicht so, dass das Lokal kein Geld brachte. Doch irgendwann war sie da – die Frage, ob es nicht auch etwas anderes gebe als täglich 300 Essen auszugeben? Gäste kamen und gingen. Aber die Frage blieb. Und was klingt wie ein Ende, war in Wirklichkeit ein Anfang.

Jetzt stehen wir auf der gerade beschriebenen Aussichtsterrasse. Weit geht der Blick über das Tal. An schönen Tagen wie diesen bis zum Säntis, dem charakteristischen Schweizer Berg. Eine große Ruhe herrscht hier. Ein Mann lässt sich langsam in den Pool gleiten, eine Frau im weißen Bademantel blättert in ihrem Buch, zwei Zicklein bocken einander, und im Himmel über dem Tal zeichnet sich die Silhouette eines Greifvogels ab. Erst jetzt, da man diesen Moment auf sich wirken lassen kann, diesen Ort, diese Aussicht, diesen Frieden, erst jetzt erkennt man, dass Sabine und Hans-Jörg Lingg nicht etwas aufgegeben haben – sie haben etwas bewahrt. Und ein Idyll für uns aufgebaut. Für uns Gäste des Hotels Bergkristall.