Pistenglück in den Allgäuer Alpen

“Kein Problem”, sagt Johannes. Und das ist so wundervoll geflunkert, dass wir es ihm sogar glauben. Wir lassen uns mit Benita’scher Unerschrockenheit hoch ziehen, steigen aus dem Lift ohne übereinander zu purzeln (das passiert blöderweise später), und stehen schließlich ganz oben. Mit suchendem Blick. Wie, um Himmels Willen, kommen wir hier wieder runter? Johannes zeigt auf die Piste. “Da geht’s lang.”

Was dann passiert, ist das Wunder von Grasgehren: Wir fahren einfach mit unserem Ski-Lehrer den Hang runter. Und es macht Spaß. Riesig viel Spaß. Bis vielleicht auf den letzten Hang. Benita, Judith und Dirk, größenwahnsinnig geworden vor lauter Glücksgefühlen, sausen die letzten Meter im Schuss hinab. Die mutige Fahrt, durchzogen von Momenten, in denen ein ganzes Leben an den Ski-Desperados vorbeizog – und die Länge dieser Szenen hing unmittelbar mit dem Alter des einzelnen zusammen – endete in drei Schneewehen: In einer kleinen mit viel Lachen. In einer größeren, mit befreitem Gekicher. In einer ganz großen, in der die schlimmsten Bilder sämtlicher TV-Dokus über Ski-Unfälle aufschienen und sich nach einem sorgfältigen Systemcheck ein Gefühl von “Da-biste-aber-nochmal-davon-gekommen” breit machte. Zum Glück hatte es wie wild geschneit in der Nacht. Weich und wolkig der Schnee wie Watte.