Oh, Mann, was ein Hintern. Groß und wackelnd.

Und ist er nicht sogar ein wenig aufreizend? Oder steckt hinter dieser Interpretation doch nur der krude Humor eines matten Radlers? Wahrscheinlich. Denn jetzt bleibt die Kuh unvermittelt stehen, hebt den Schwanz, und es bedarf eines beherzten Manövers, um zackig an dem Hinternis vorbei zu zirkeln. Dann schießt das Rad bergab, verlässt über die Dorfstraße von Grän das Tannheimer Tal, und es geht durch den Pfrontener Wald zurück nach Deutschland. Wo unsere Radtour in einer halben Stunde enden wird.

Zugegeben, ich fange diese Geschichte nur von hinten an wegen der Sache mit dem Kuhhintern. Dabei geht es gar nicht so sehr um postpubertäre Po-Scherze. Sondern um die Besonderheiten einer Allgäu-Radtour. Dass man sich als Norddeutscher hier mit Steigungen auseinandersetzen muss, die höher hinauf führen als die geliebte Anfahrt zum Fernmeldeturm von Neverstaven auf dem immerhin 77 Meter (!) hohen Klingberg, das war zu erwarten. Doch die Vorfreude auf knackige Anstiege wurde bei weitem übertroffen von der Schönheit einer von Bergen gesäumten Landschaft, durch die sich verblüffend ebene, dafür aber meist perfekt asphaltierte Sträßchen winden. Und der einzige Stau, den wir radelnden – vulgo leidgeprüften – Großstädter zu beklagen hatten, wird schließlich der mit der Kuhherde sein.