Moor, das „schwarze Gold“

Moor hat viele gesundheitsfördernde Wirkungsweisen.
Es hilft u.a. bei Rheuma, degenerativen Erkrankungen der Gelenke und der Wirbelsäule, Arthrosen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Osteoporose, Sport-Rehabilitation, Nachbehandlung von Frakturen, Nachbehandlung nach operativen Eingriffen wie Bandscheiben-OP, künstliche Hüft- und Kniegelenken, Bandscheibenschäden, Ischias, chronischen Prostata-Beschwerden, hormonellen Störungen wie Gicht, Verwachsungsbeschwerden im Bauch- und Beckenraum nach operativen Eingriffen, Hautkrankheiten, Störungen des vegetativen Nervensystems, Stress, Stoffwechsel- und Magen-Darm-Erkrankungen.

Anwendungen mit Moor und Schlamm können in vielen Variationen durchgeführt werden. Allen gemeinsam dient als Grundlage Torf vermengt mit Wasser, zumeist mit Wärme kombiniert. So können bestehende Leiden durch äußere Packungen und Bäder sowie durch innere Trinkkuren schonend gelindert bzw. vorbeugend angewendet werden. Paracelsus berichtete bereits in seinem "Bäderbüchlein" über die positive Wirkung von Heilerden und Heilmooren bei Gelbsucht, Gallenleiden, Fieber, Unfruchtbarkeit, Vernarbungen und Appetitmangel. Weitere Anwendungsbereiche sind: Verspannungen der Muskulatur, Stresssymptome, Bindegewebsschwäche, Durchblutungsstörungen, geschwächtes Abwehrsystem, chronische Schmerzen vor allem des Bewegungsapparates (Rheuma, Arthrose), Nervenleiden, Sportverletzungen, Erkrankungen des Uro-Genitaltraktes, Hautleiden wie z. B. Schuppenflechte, entzündliche Prozesse u.v.m.

Wer schon einmal in einem Moorsee gebadet hat, weiß, wie wohltuend für die Haut und entspannend für Körper und Geist ein solcher Jungbrunnen in weichem Wasser ist. Ein therapeutisches Moorbad ist jedoch ein aus Torf und Wasser zubereitetes heißes Bad breiiger Konsistenz. Der "Dickbrei" besteht aus zwei Teilen Torf und einem Teil Wasser. Ein Moorbad hat in der Regel eine Temperatur von 38 - 40 °C und kann die Körperkerntemperatur um bis zu 2 °C anheben. Zwecks Erzielung einer Hyperthermie werden auch Temperaturen von 44 - 46 °C gut vertragen. Die Hauttemperatur erhöht sich dann bis auf 39,6 °C. Torfbäder eignen sich sowohl für Vollbäder als auch in kleinerer Menge für Halbbäder bzw. Sitzbäder.

Die für das Allgäu urtypischen Moorlandschaften haben ihre Entstehungsgeschichte in und nach der letzten Eiszeit. Faszinierend und zugleich verträumt geben sich diese einmaligen Urlandschaften bis heute. Seit Jahrhunderten wird der Torf aus einigen dieser Moorgebiete als naturgegebenes Heilmittel eingesetzt.

Heute erlebt das Bad in Naturmoor eine Renaissance. Die Mischung aus frisch gestochenem Naturmoor und quellfrischem Thermalwasser zum geschmeidigen Moorbrei, ergibt das nachhaltige Gesundheitspaket. Die hervorragende Fähigkeit der Wärmespeicherung aber auch die hochwirksamen, organischen Säuren und kostbaren Mineralstoffe machen aus dem Moorbad oder der Moorpackung ein unvergleichliches Heilmittel. Warme Mooranwendungen wirken durchblutungsfördernd, muskelentspannend und schmerzlindernd.

Heilkraft entfaltet das Moor auch in kaltem Zustand. Kalte Mooranwendungen lindern Schmerzen und wirken entzündungshemmend.