Kneipp

Die Kneipp-Medizin oder Kneipp-Therapie ist ein nach dem Pfarrer Sebastian Kneipp benanntes Behandlungsverfahren, das Wasseranwendungen, Pflanzenwirkstoffe, Bewegungs- und Ernährungsempfehlungen beinhaltet. Diese können sowohl vorbeugend (präventiv) als auch zur Behandlung bestehender Erkrankungen (kurativ) eingesetzt werden. Eine Wirksamkeit ist nicht belegt, als Kur gegen einige wenige Symptome wie zum Beispiel Krampfadern gibt es jedoch Hinweise auf eine Linderung der Beschwerden. Eine klinische Studie ergab, dass durch regelmäßige Kneipp-Anwendungen eine Verbesserung der Lebensqualität für Bronchitis-Patienten erreicht werden kann .

Kneipps Ansatz gründet auf fünf „Säulen“:

  • Wasser: Hydrotherapie nennt man Anwendungen mit Wasser. Über 130 verschiedene Anwendungen wie Güsse, Waschungen, Wickel oder Bäder stärken die körpereigene Abwehr, machen den Organismus weniger anfällig und halten fit
     
  • Bewegung: Ruhe und Aktivität müssen in einem gesunden Verhältnis stehen. Das stärkt und bringt Gelassenheit. Durch sportliches Training schwingen Herz und Kreislauf wieder im richtigen Takt, die Figur kommt in Form und der Kopf wird frei – egal ob mit Wandern, Schwimmen, Radfahren oder Golfen. Man fühlt sich wieder wohl und die geistige Leistung nimmt zu.
     
  • Kräuter: Heilpflanzen in Form von duftenden Tees, Badezusätzen, Dragees oder Salben wirken sanft und ohne Nebenwirkungen. Deshalb eignet sich die Phytotherapie besonders gut auch zur längerfristigen Behandlung.
     
  • Ernährung: Zugreifen sollte man bei einer leichten, ausgewogenen Vollwertkost. Je naturbelassener ein Lebensmittel ist, desto höher ist sein Nährwert. Eine Ernährung, die den Kalorienbedarf deckt und alle notwendigen Nährstoffe in ausreichenden Mengen enthält, führt zum Gleichgewicht und macht vital.
     
  • Innere Ordnung: Die Strukturierung der äußeren und inneren Lebensordnung ist die Basis der Kneipp´schen Ganzheitstherapie. Denn: Die Harmonie zwischen Geist und Seele ist die Voraussetzung für körperliche Gesundheit. Entspannungsmethoden und mentale Stärkungstechniken wie Qi Gong, Yoga, Atemtherapie etc. bringen seelisches Gleichgewicht. Aktive, eigenverantwortliche Lebensgestaltung führt außerdem zu mehr körperlichem Wohlbefinden und steigert das Glücksgefühl.

„Im Winter ersetzt eine Kneippkur zwei Sommerkuren“, lehrte Sebastian Kneipp. Kenner wissen, dass Kneipp’ sche Anwendungen in der kalten Jahreszeit doppelt so nachhaltig wirken wie in den anderen Jahreszeiten.

Die Kneipp-Medizin soll auf dem Wirkprinzip einer „Reizreaktion“ beruhen, das heißt, dass diejenigen natürlichen Reaktionen des Körpers therapeutisch genutzt werden, die mit den oben erwähnten Methoden gereizt werden können.

Die Kneipp-Therapie kann mit anderen medizinischen Verfahren kombiniert werden. Somit versteht sich die Kneipp-Medizin nicht als Gegensatz zur wissenschaftlichen Medizin, sondern vielmehr als Ergänzung.