Galerie: Die Entstehungsgeschichte eines Hutes – Exklusive Einblicke in die Produktion bei der Firma Mayser

Hutproduktion in Lindenberg im Allgäu

Für die Fertigung eines Hutes braucht es neben viel Kraft und der richtigen Technik, viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Rund 200 Mal nimmt ein gelernter Hutmacher ein Modell in die Hand, bis es seine finale Form erreicht hat. Für die Fertigung eines Filzhutes benötigt es allein rund 70 Arbeitsschritte. Ich durfte den Hutmachern der Firma Mayser exklusiv bei der Hutproduktion über die Schulter blicken und die einzelnen Arbeitsschritte begleiten.

1) Wer hätte das gedacht? Die Entstehungsgeschichte eines Hutes beginnt in der firmeneigenen Schreinerei. Hier werden aus weichem Lindenholz die späteren Hutformen modelliert. Bei der Firma Mayser kommen so in einem Jahr und zwei Kollektionen, 500 verschiedene Holzmodelle zusammen.

2) Aus dem Holzpositiv wird ein Gipsnegativ erstellt

3) Aus dem Gipsnegativ wird ein Alunegativ geformt

4) Bei 800 bis 900 Grad Temperatur wird das Aluminiumnegativ anschließend im Ofen gegossen. Das Gute daran: Aluminium ist zu 95 Prozent recyclebar, d.h. alte Formen können eingegossen, und das Aluminium kann für neue Formen wiederverwendet werden.

5) Die Form ist soweit fertig, nun geht es an das Material. Die Filz-Rohware, die sogenannten Stumpen, werden im Naturzustand aus Italien nach Lindenberg angeliefert.

6) In der Färberei wird das Naturmaterial in der jeweiligen Wunschfarbe eingefärbt

7) Hier zum Beispiel in einem modischen Dunkelrot

8) Durch den Kochvorgang (eine Stunde liegen die Stumpen in der kochenden Farbflüssigkeit) gehen die Filzstumpen ein. Sie müssen daher maschinell geweitet (Fachbegriff: gewalkt) werden.

9) Nun geht es an die Bearbeitung der Oberfläche: Sandpapier, Bürsten, sogar Haifischhaut – je nachdem, wie das Modell am Ende aussehen soll, bekommt es hier den letzten Schliff.

10) Diesen Vorgang nennt man das sogenannte „Hutziehen“: Die gegossene Alu-Form und der bearbeitete Materialstumpen treffen das erste Mal zusammen. Das Material wird über die Form gespannt und mit der sogenannten Krone befestigt.

11) Nun geht es in Richtung Vollendung: Überstehender Stoff wird abgeschnitten und umgenäht

12) Der letzte Fertigungsschritt betrifft das Hutäußere: die sogenannte Garnitur wird angebracht (d.h. der Hut wird optisch kreativ fertig gestaltet). Et voilà: Fertig ist eine neue Hutkreation!

Bilder
Autor
© Sabine Weisel

Sabine Weisel

Die Reisenomadin

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