Grasgehren - ein perfektes Skigebiet für Familien und Einsteiger

Auf geht’s zum Skigebiet Grasgehren. Vorsichtig kurven wir den Mietwagen den Riedbergpass hinauf. Hinter uns reihen sich die Einheimischen in ihren Autos auf. Man kann den Fahrern durch den Rückspiegel ansehen, dass sie ein wenig genervt sind. Zwar fahren wir mit 60 Km/h sogar schneller als die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für diese Passstraße. Aber uns ist klar, dass hier die Einheimischen eher mit 80 oder 90 Sachen hoch pesen. Wir hingegen, Norddeutsche eben, lassen uns einschüchtern von den hohen Schneewänden um uns herum – von einer Straße wie ein Bob-Kanal.

Über Nacht hat sich die Landschaft verwandelt. Schon bei unserer Ankunft lag viel Schnee im Allgäu. Doch am Morgen müssen wir das Auto regelrecht ausgraben. Die Sonne scheint, die Winterwelt sieht freundlich aus und weich. Mit viel Mut, vielleicht sogar einer Spur Übermut, machen wir uns auf den Weg nach Grasgehren. Und werden erst im Auto ein wenig hasenfüßig als es über rutschige Straßen geht. Und dann als wir in der Ski-Schule stehen, um die Schuhe anzupassen. Laut klackend schließen sich die Schnallen, unsere Füße eingefasst in glänzendes Hartplastik, unsere Schritte so elegant wie die eines Roboters.

Grasgehren ist ein perfektes Ski-Gebiet für Einsteiger, Familien und Landschaftsliebhaber. Kein Remmidemmi mit lauter schlechter Partymusik, keine harten Drinks mit seltsamen Namen, keine Riesen-Skischaukel-Maschine. Modern, aber ruhig, landschaftsorientiert. Euphorische Blicke über tiefverschneite Berge. Hach.

“Lehnt euch nach vorn. Noch weiter”, sagt Ski-Lehrer Johannes. Er hat uns die Bindungen eingestellt, und jetzt stehen wir auf den kurzen Brettern und kippen nicht um, obwohl wir uns voll reinhängen. “Seht ihr. Das wollte ich euch zeigen, ihr könnt dem Material vertrauen…”