Es gibt Momente, die überraschen mit ihrer Wucht des Anders-als-erwartet-seins.

Es gibt Momente, die überraschen mit ihrer Wucht des Anders-als-erwartet-seins. Wir haben uns für die Kräuterwanderung angemeldet. Und treffen an der Rezeption: Hans. Er ist so ein typischer Naturbursche, wie ihn nur das Leben in den Bergen hervorbringen kann: schlank, drahtig, unheimlich präsent, ein Mann von 76 Jahren, den wohl jeder eher für Anfang 60 halten dürfte. Man steht ihm gegenüber und denkt, so will ich auch altern.

Jetzt geht der Naturbursche mit uns vor die Tür. Auf dem Parkplatz fragt er uns: Was seht ihr hier? Autos. Eine asphaltierte Fläche. Eine Böschung mit viel Grün. Und in die springt der Hans jetzt hinein. Nun steht er da, graue Hose, rotes Sweatshirt, schwarze Weste, akkurater Scheitel. „Hier in den Bergen“, so Hans, „werden die Täler intensiv bewirtschaftet, die Hänge extensiv. Und in der kurzen Vegetationsphase – den letzten Schnee haben wir im Mai, den ersten im September – setzen sich nur starke Kräuter durch.“ Er rupft etwas aus. „Der Sauerampfer etwa stabilisiert mit seinen kräftigen Wurzeln die Böschung. Zudem ist er vitaminreich und gesund.“ Noch einige andere Halme werden herausgerissen, Wegerich, Zinnkraut, Rindsauge, Klappertopf. „Es gibt hier eine besonders hohe Vielfalt an Arten.“