Armin Gross ist nicht nur der erste Vorsitzende des größten Krolf-Vereins

Armin Gross ist nicht nur der erste Vorsitzende des größten Krolf-Vereins in Deutschland, sondern auch der amtierende deutsche Meister dieser nicht-olympischen Sportart. Und eigentlich ist Gross alles andere als ein rabiater Kerl, der seinen Mitspielern zeigen muss, wo die Krolf-Keule hängt. Wir lernen den jungen Direktor des Hotels "Prinz-Luitpold-Bad" in einem Ortsteil von Bad Hindelang als aufgeräumten Gastgeber kennen, der sehr wohl um die Eigen- und Besonderheiten seines Hauses weiß – und die mit viel Humor darstellt.

So etwa als er uns nach Ankunft durch sein Haus führt und erzählt, wie es entstand. Im Jahr 1864 an einer Heilquelle, die später ausschlaggebend dafür sein wird, dass der Ort zum Bad geadelt wird und noch vorher das Hotel den Titel "Prinz-Luitpold-Schwefelmineralbad" erhält. Hach, man bekommt einen guten Eindruck davon, wie anders Sprache einst war, vollumfänglich, vielleicht ein wenig umständlich, aber korrekt. Heute sagt man schlicht Wellness. Was alles und nichts bedeuten kann. Aber Schwefelmineralbad! Da sieht man vor seinem geistigen Auge regelrecht die Herren in geringelten Ganzkörperbadeanzügen vorsichtig ins heiße Nass steigen. Selbstverständlich zu strikt anderen Badezeiten als die Damen! (Es ist doch keine Frage, dass dieser Satz mit einem Ausrufezeichen endet.)

Noch vor Ende des 19. Jahrhunderts wird der Ort zu Bad Oberdorf geadelt. Auch, wenn es nirgends nachweislich ist – man kann davon ausgehen, dass das Hotel Prinz Luitpold zu den ersten Wellnesshotels des Landes gehört. Und auch wenn man heute mit einer gewissen Distanz in die Vergangenheit blickt, einem manche Rituale und Regeln seltsam vorkommen, unverständlich, ja inakzeptabel, so bietet sich an einem Ort wie diesem doch die Gelegenheit, die wohltuende Kraft der Zeit zu spüren. Erfahrung. Gelassenheit. Vertrauen. Ruhe.