Ein Stück Allgäu kennenlernen

Achtsamkeit Allgäu – 12 Allgäuer Momente

Vielfach ermöglichen die Traditionen und Feste einer Region, mehr über sich selbst zu erfahren. Man erlebt die Gastgeber in ganz anderer Rolle, die Menschen in großer Euphorie und wird mitgerissen von der besonderen Stimmung. Dabei sein, mittendrin, berührt werden. Aufrichtigkeit und Nähe erfahren.

Es gibt viele Allgäuer Momente, die achtsamen Gästen eine besondere Teilnahme-Möglichkeit bieten. In dieser Liste stellen wir sie vor – einmalige Events, wiederkehrende Veranstaltungen oder einfach die Möglichkeit, ein Stück Allgäu kennen zu lernen…

 

1. Feuer-Feier

Ein archaisches Erlebnis mit kulinarischer Zugabe – ein solches sind die Allgäuer Funkenfeuer, kurz auch „Funken“ genannt. Mit ihnen wird am 1. Sonntag nach Aschermittwoch in vielen Gemeinden der Winter vertrieben. Von Altusried bis Wengen lodern die Flammen, und die Legende sagt, dass alles Negative und Böse verbrenne. Dass die Reichweite des Lichts in engem Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit stehe. Dass Fluren, Felder und die Behausungen der Menschen von allem Übel verschont bleiben, wenn der Schein der Flammen sie trifft.

Was die Legende verschweigt: Im März kann es noch verdammt kalt sein. Manchmal fällt Schnee, der Boden ist eisig. Anders gesagt: Auf dieses achtsame Allgäu-Erlebnis muss man sich nicht minder achtsam vorbereiten. Doch dann kann man es umso mehr genießen. Vielerorts werden heiße Getränke gereicht und die traditionellen Funkenkiachle. Oder man geht danach noch gemeinsam in ein Wirtshaus. Sie sollten unbedingt mit gehen…

Termin: erstes Wochenende nach dem Aschermittwoch: Ausgewählte
Funkentermine im Überblick

 

2. Nacht-Abenteuer

Die Stirnlampe taucht die Umgebung in seltsames Licht. Auch der Blick auf das eigene Leben verändert sich. Die Nacht-Ski-Tour beginnt als ungewohnte Herausforderung. Die sonst grandiose Aussicht auf die verschneiten Berge vom Hausberg Grünten (1738 m), der wegen seiner Lage am Alpenrand auch „Wächter des Allgäus“ genannt wird, lässt sich nur erahnen. 

Der Aufstieg erfolgt über die Alpe Kammeregg. Wer im Dunkeln den Gipfel erklimmt, steigt bis zur letzten Schlepplift-Station. Dort beginnt der Gipfelhang, an dem es oft recht zugig ist. Wo im Sommer eine Metalltreppe hoch führt, muss jetzt auf den letzten Metern (Ski abschnallen!) eine Rinne passiert werden. Eindrücklicher und ungleich faszinierender als an einem Sommertag.

Knapp 300 Meter tiefer liegt die Grüntenhütte, die sich winters an einem üblichen Mittwochabend mit Ski-Tourengehern füllt. Hüttenwirt Norbert Zeberle tischt den Einkehrern ofenfrische Allgäuer Krautkrapfen mit Specksoße oder Kässpatzen mit Schmelzzwiebeln auf. Was eine Belohnung für diese Herausforderung. Zum Niederknien!

Termine: im Winter, immer mittwochs auf der Grüntenhütte. Weitere Skitourentipps finden Sie HIER

 

3. Kräuter-Kaugummi

Die Eberesche fördert die Verdauung, das Veilchen gibt Gelassenheit, und das Johanniskraut bringt Licht in dunkle Tage. Bei einer Kräuterwanderung im Allgäu lernt man Wiesen mit anderen Augen zu sehen – und man darf auch gleich probieren, was man sieht. Marianne Stöckeler empfiehlt, Blatt oder Blüte abzuzupfen und zu kauen. Mit langsamen, gründlichen Kaubewegungen. Als wäre es ein Bubble Gum. Ruhig ausspucken, wenn man es nicht mag. Denn Wildkräuter sollen nicht nur wohl tun, sondern auch wohl schmecken. Selbstverständlich erhält man einige Rezeptvorschläge, damit die allgäu-achtsame Kräuterwanderung nachhaltig in Erinnerung bleibt.

Termin: von Frühjahr bis Herbst, an verschiedenen Tagen

 

4. Achtsamkeits-Kurs

Stressbewältigung kann man lernen. Der physiologische und psychologische Nutzen durch ein Achtsamkeits-Training ist in den vergangenen 20 Jahren wissenschaftlich gut belegt worden. Kursteilnehmer berichten, dass es ihnen leichter fällt, mit belastenden Situation im Alltag, mit schwierigen Gedanken und Emotionen umzugehen, seit sie an einem entsprechenden Training teilgenommen haben.  

Für mehr Gelassenheit und wieder mehr Freude am Leben bieten im Allgäu zum Beispiel der Achtsamkeitstrainer Thomas Schneider – von „Wege zum Sein“ – Kurse zur Stressbewältigung durch Achtsamkeit an. Das Programm basiert auf dem von Dr. Jon Kabat-Zinn entwickelten Mindfulness-Based Stress Reduction Program (MBSR). Es wurde an der Massachusetts Medical School erarbeitet und trägt nachhaltig zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit bei.

Das Programm wird auch als sechstägiger Kompakt-Kurs angeboten. Die Inhalte sind: Achtsamkeitsmeditationen, Bodyscan, Körperübungen, auf Achtsamkeit und Selbstreflektion beruhende Übungen für den Alltag, Umgang mit schwierigen Gefühlen und Gedanken – und der Austausch in der Gruppe. Dieser Kurs findet in Balderschwang im Oberallgäu statt.

Termine: ganzjährig, z.B. auch auf einer Berghütte und bei unseren Partnern

 

5. Pilger-Wege

Das Innere und das Äußere in Einklang bringen: Die Route vom Jakobsweg durch das Allgäu bis hin zum Bodensee bietet dafür weit mehr als eine wunderbare Kulisse. Mit der Kraftquelle Allgäu und ihren Pilgerangeboten fällt es leicht, unterwegs zu sich zu finden. Wer pilgert, lässt die Herausforderungen des Alltags hinter sich und konzentriert sich auf das Wesentliche.

Der Jakobsweg führt auf verschiedenen Routen quer durch den Landkreis Lindau. Immer der Jakobsmuschel folgend, immer die beeindruckende Alpenkette vor Augen. Sehenswert: die vielen kleinen Kirchen und Kapellen, die malerische Voralpenlandschaft und der Bodensee.

Verschiedene Strecken, zum Beispiel von Stiefenhofen nach Nagelshub oder von Streitelsfingen nach Lindau mit vielen pilgerfreundlichen Unterkünften am Wegesrand.

Beim Samstagspilgern bieten ehrenamtliche Begleiter, die Erfahrung mit Spiritualität haben, Gästen im Westallgäu und in der Bodenseeregion die Möglichkeit zum „Schnupper-Pilgern“. Jeder Sonnabend-Termin steht unter einem eigenen Motto wie „Kleinode am Opfenbacher Kapellenweg“ oder „Wenn die Stille zu mir spricht“. Die Wanderungen dauern zwischen zwei Stunden und einem ganzen Tag.

Termine: von April bis Oktober. Weitere Infos unter: Kraftquelle Allgäu

 

6. Berg-Messe

Unterm Gipfelkreuz des Ofterschwanger Horns baut sich die Blaskapelle auf und spielt, dass es den Gästen der Berg-Messe eine Freude ist. Und in dieser Kulisse bewegt die Musik auch diejenigen, die sonst ganz andere Sounds schätzen. Es ist der Blick auf die Berge. Die Luft. Ein besonderer Allgäu-Moment.

Termin: im Sommer und hier zum Download: Bergmessen

 

7. Viehscheid 

Im Spätsommer, kurz bevor der Herbst kommt, beginnt der Viehscheid. An den meisten Orten werden mehrere Herden mit Jungvieh und Schumpen – so heißen die Jungrinder – von den Alpen hinab auf die Weiden im Ort getrieben. Und es ist ein großes Spektakel.

Die achtsamen Gäste des Allgäus haben in der Regel zwei Möglichkeiten, dem Ereignis beizuwohnen. Entweder man startet schon früh am Morgen hinauf auf den Berg, meist geht es gegen 4 Uhr los, um die Tiere und ihre Hüter hinab in den Ort zu begleiten. Oder man wartet dort auf die große Ankunft…

Termin: Spätsommer. Mehr zum Viehscheid erfahren Sie hier: Viehscheid im Allgäu

 

8. Kräuterboschen Weihe

Beim Allgäu Tag mit Regionalmarkt an Mariä Himmelfahrt dreht sich alles um die Region. Die gepflegte Kulturlandschaft mit ihren guten Erzeugnissen wie Milch und Käse stehen beim Regionalmarkt in Isny im Mittelpunkt. Aber auch das Brauchtum hat seinen Stellenwert: Trachtenvorführungen und Allgäuer Musikanten sorgen für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Nach altem katholischem Brauch werden zu Mariä Himmelfahrt außerdem die Kräuterboschen gebunden – was eine Kunst ist, denn in die üppigen Gebinde gehören sieben bis neunundneunzig Kräuter. Die genaue Anzahl der Kräuter schwankt, jedoch muss es immer eine mystische oder symbolträchtige Zahl wie die 7, die 9, die 12, die 24 oder die 99 sein.

In der Mitte des Bündels befindet sich meist die Marienkerze. An Maria Himmelfahrt werden die Kräuterbündel gesegnet und anschließen daheim aufgehängt. Bei Unwettern und Stürmen werden heute noch einige dieser getrockneten Gestecke verbrannt – zum Schutz vor Blitz und Unglück.

Termin: Mitte August

 

9. Hütten-Momente

Wenn der Herbst kommt, wird die Einkehr in eine der zahlreichen Allgäuer Hütten wie der Ostlerhütte auf dem Breitenberg beschaulicher. Die Tiere wurden längst ins Tal getrieben, die Glocken sind verstummt, es wird still in den Allgäuer Bergen. Die Sommergäste sind fort, die Wintersaison hat noch nicht begonnen. Das Licht ist phantastisch. Zeit, bei freier Platzwahl den schönen Rundblick auf das Pfrontener Tal, die Allgäuer, Tiroler oder Schweizer Bergwelt zu genießen. Auf der Speisekarte der „Hütte mit Herz“ von Andrea Heiligensetzer und ihrer Familie: Deftige Kässpatzen und Maultaschen-Variationen nach authentischen Allgäuer Rezepten.

Termin: Ab Ende September bis zum ersten Schnee. Oft sind die Hütten nur noch am Wochenende geöffnet. Informieren Sie sich bitte vor der Tour über die Öffnungszeiten.

 

10. Bockbier

Ebenfalls im Herbst: Der richtige Moment, um im Wirtshaus Einheimische und Freunde zu treffen. Man rückt gemütlich zusammen und lauscht den Neuigkeiten, die es zu erzählen gibt. Dazu gehört ein starkes und süffiges Bockbier, von Allgäuer Brauereien mit viel Liebe, Leidenschaft und Tradition gebraut.

Bei den Festen rund um das Bockbier erleben die Gäste Geselligkeit und Genuss, Musik und Tanz.

Termin: ab Ende September

 

11. Spa-Glück

Zeit zum Innehalten und Nachdenken – Zeit für eine nachhaltige Erholung. Eine gute Gelegenheit, an einem grauen Novembertag open end in die Sauna zu gehen oder sich auf eine schöne Anwendung einzulassen. Für einen Besuch bietet sich zum Beispiel die Saunawelt des „Das König Ludwig“, Wellness & Spa Resort in Schwangaz, oder die Saunawelt mit Panoramablick im „Bergkristall Natur und Spa“ in Oberstaufen an.

Termin: November/Dezember in den Partnerhotels der Alpenwellness Allgäu: Hier geht’s zu unseren Partnern

 

12. Engele-fliegen

Kreatives und Schönes für das Weihnachtsfest dürfen die Gäste der Isnyer Schlossweihnacht erwarten. Dazu kulinarische Köstlichkeiten von befreundeten Gemeinden in aller Welt, etwa finnischer Lachs im originalen Finnenzelt, landestypischer Käse aus Frankreich und geräucherte Würste aus Polen. Um 18.30 Uhr lebt die Allgäuer Tradition des „Engelefliegen“ auf, wenn das Christkind herab schwebt auf den Weihnachtsmarkt… 

Termin: ein Wochenende im Dezember. Hier erfahren Sie mehr: Allgäuer Weihnachtsmärkte

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