Zuletzt schließlich weist der Finger, nachdem die hübsche Maximilianstraße abgezeichnet wurde, auf den Boden zu unseren Füßen. Da liegt der Eingang zur Kirche, die wir gerade betreten haben, um die Turmuhren zu betrachten. Große Zeitmesser aus allen möglichen Epochen stehen da, manche arbeiten laut klacken vor sich hin, andere stehen stumm, der Zeit hoffnungslos ausgeliefert. Und doch schön anzusehen. Turmuhren hatten einst Macht über die Menschen. Die Faszination, die von ihnen ausgeht, ist immer noch groß. Nicht zuletzt, weil sie vor allem eins sind – groß. Man kann regelrecht zusehen, wie sie die Zeit erstellen.

Entlang der Stiege, die wir nach oben gegangen sind, hängt eines der längsten Uhren-Pendel. Es misst rund neun Meter und schwingt langsam im Rhythmus der Erdrotation, alle fünf Sekunden ein Tick. Man muss sich schon ein wenig zusammen reißen, es auf dem Weg nach oben, nicht zu berühren. Wann bietet sich schon die Gelegenheit, die Zeit anzufassen?